Raumgleiter mit Durchblick
Der Ford S-Max war einer der ersten Familien-Vans, der sportliches Design in den Mittelpunkt stellte. Trotz des durchaus hübschen Designs und des straff abgestimmten Fahrwerks: Der S-Max bietet die Van-typischen überragenden Platzverhältnisse.
203 PS entwickelt der Zwei-Liter-Direkteinspritzer mit Turbolader, macht aus dem ohnehin sportlich veranlagten S-Max einen echten Sport-Max. Das Doppelkupplungsgetriebe passt fein zu dem kraftvollen Motor, schaltet bei Bedarf schnell durch die sechs Fahrstufen – wer es ruhiger angehen lässt, freut sich über harmonisches Laufverhalten und entspanntes Gleiten bei niedrigen Touren.
Aber auch wer den rechten Fuß Richtung Asphalt drückt, wird den Motor zu keiner Zeit in eine Geräuschkulisse zwingen, die nach Überanstrengung klingt. Obwohl der S-Max dem sportlichen orientierten Fahrer enormes Spaßpotenzial bieten kann, muss die mitreisende Familie nicht unter einem knüppelharten Federwerk leiden; über schlechte Straßenverhältnisse gleitet der S-Max weitestgehend unbeeindruckt hinweg.
Im Innenraum herrscht eine angenehm luftige Atmosphäre, erst recht, wenn das 1100 Euro teure Panorama-Glasdach geordert wurde. Dies lässt enorm viel Licht ins Innere; aber auch ohne das Glasdach sorgen viele und große Fensterflächen dafür, dass der Fahrer trotz der Abmessungen nicht den Durchblick und die Übersicht verliert. Die Sitze sind für sportliche Fahrer mit viel Seitenhalt ausgestattet, bieten für die Langstrecke aber auch genügend Komfort. Feine Details wie das zurückgezogene Handschuhfach, das dem Beifahrer ein deutliches Plus bei der Beinfreiheit beschert, oder die vier Einstiegsleuchten an jeder Tür, die die Orientierung im Dunkeln deutlich erleichtern, runden den positiven Eindruck des Innenraums ab.
Der Sport-Van darf zwar fast 730 Kilo zuladen, doch beim Umlegen der Rücksitze bleibt eine störende Kante. Wer im Kofferraum hinter die Kulisse schaut, entdeckt zudem Verarbeitungsmängel. Der EcoBoost genannte Motor erfüllt den Tatbestand des „Boost“ zwar klar, um „Eco“ zu sein, muss man sich aber schon sehr zurückhalten: Einen Liter über Werksangabe liegt man selbst bei Schleichfahrt.
Großzügiges Interieur und Zuladung sprechen den Pragmatiker an, das Äußere und die dynamische Fortbewegung den flotten Familienvater. Die Serienausstattung mit Audioanlage oder Zwei-Zonen-Klima deckt viele Wünsche ab. Preise ab 34650 Euro – angesichts des Motors und der Ausstattung geht das in Ordnung.
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04.04.2012
