Porsche lässt den neuen Turbo von der Leine
Der neue Porsche Turbo ist etwas ganz Besonderes. Das gilt für nahezu alle Porsche-Modelle. Besonders sportlich, besonders dynamisch, besonders anziehend. So wie immer. Aber diesmal kommt noch ein anderer Grund dazu, warum der neue Turbo etwas ganz Besonderes ist.
Soweit die theoretischen Angaben. Wie fährt er sich denn jetzt, der neue Turbo? Brachial wie eh und je, dabei aber deutlich komfortabler. Nicht jede kleine Bodenwelle wird durchgereicht an die Bandscheibe, dennoch liegt der König der 911er wie ein Brett auf der Straße. Satt, breitbeinig, mit fest stehendem Heckspoiler. Die Beschleunigung – in 3,7 Sekunden auf Landstraßentempo, das Cabrio benötigt eine Zehntelsekunde mehr – drückt die Bordcrew gnadenlos in die Sportsitze. Nach unserem Warmduscher-Geschmack reicht übrigens das serienmäßige Gestühl vollkommen aus, die nahezu 3000 Euro teuren knüppelharten Carbon-Sportsitze müssen nicht sein. Untermalt von einer brutalen Kakophonie, von einem Brabbeln, Blubbern, Brüllen. Fauchen, Grollen, Kreischen. Jaulen, Pfeifen, Toben . Eine wahre Freude. Irrsinn in seiner reinsten Form. Fanfare Infernale, Turbo furioso.
Allrad hat der Turbo serienmäßig, dennoch: Physik hat Grenzen. Wer bei knackigem Tempo in der Kurve zu früh den Fuß aufs Gaspedal presst, muss sein Heck wieder einfangen. Mit entsprechender elektronischer Unterstützung selbstverständlich, aber selbst auch dann, wenn das optionale „Porsche Torque Vectoring“ (1309 Euro) an Bord ist, das für weitere Stabilität in Kurven sorgt. Allerdings: Wer einen Turbo fährt, der kann Auto fahren. Richtig gut Auto fahren. Nichts gegen andere Verkehrsteilnehmer, aber da ist der Turbo-Fahrer dann wie das Auto: Etwas ganz besonderes. Mehr Porsche
Fanfare Infernale
Der neue Porsche Turbo ist etwas ganz Besonderes. Das gilt für nahezu alle Porsche-Modelle. Besonders sportlich, besonders dynamisch, besonders anziehend. So wie immer. Aber diesmal kommt noch ein anderer Grund dazu, warum der neue Turbo etwas ganz Besonderes ist.
Seit 1974 krönt der Turbo die 911er Reihe. Und immer ging es bei den Weiterentwicklungen in Sachen Hubraum und PS nur in eine Richtung: Immer größer, immer mehr. Bei knapp drei Litern Hubraum und 260 PS fing die Geschichte an. Die neue Variante, die ab Ende November für mindestens 145871 Euro (Cabrio: 157057 Euro) bei den Händlern stehen wird, holt ihre exakt 500 PS aus 3,8 Litern Hubraum.
Die Vermutung liegt nahe: Mit dem Hochzüchten, mit dem immer-mehr-Leistung-heraus-kitzeln ist bald Schluss. Hinter vorgehaltener Hand wispern das auch immer mehr Porsche-Entwickler: Immer mehr Leistung, das ist nicht mehr zeitgemäß. Und so ist es durchaus wahrscheinlich, dass zukünftige Sportmodelle aus Zuffenhausen wieder mit weniger PS auf die Straße rollen werden. Früher wäre das undenkbar gewesen – aber früher waren auch eine Limousine oder ein Dieselmotor bei Porsche undenkbar gewesen.
Wenn August Achleitner, der Leiter der Carrera-Baureihe, im Brustton der Überzeugung sagt, dass der angegebene Durchschnittsverbrauch von 11,4 Litern auf 100 Kilometern mit dem famosen Doppelkupplungsgetriebe „tatsächlich und ohne größere Anstrengung zu erreichen ist“, dann können wir dem zwar zustimmen. Immerhin ist der neue Turbo der effizienteste Turbo aller Zeiten. Und doch wird kaum jemand, der den Gegenwert einer stattlichen Eigentumswohnung als Automobil bewegt, derart dezent den Gasfuß einsetzen. Er will vor allen Dingen eines: Spaß.
Und aus diesem Grund ist für die Klientel auch eine Verbrauchsangabe im besten Fall ein Nebengeräusch. Der durchschnittliche Turbofahrer wird sicherlich eher auf einen Verbrauch von 15 Litern oder mehr kommen. Das mögen viele nicht in Ordnung finden. Das ist angesichts von in 35 Jahren rund 80000 weltweit verkauften Turbomodellen aber auch kein Wert, der den globalen CO2-Haushalt komplett aus den Fugen geraten lässt.
Immerhin: In den USA gilt der Turbo sogar als sparsamstes Modell in seiner Liga, ist der einzige Sportwagen dieser Klasse, der unterhalb der Messlatte einer Zusatzsteuer für verbrauchsintensive Autos bleibt. In Europa schafft er die Abgasnorm EU5, verbraucht im Vergleich zu seinem 480 PS starken Vorgänger bis zu 16 Prozent weniger.
Allrad hat der Turbo serienmäßig, dennoch: Physik hat Grenzen. Wer bei knackigem Tempo in der Kurve zu früh den Fuß aufs Gaspedal presst, muss sein Heck wieder einfangen. Mit entsprechender elektronischer Unterstützung selbstverständlich, aber selbst auch dann, wenn das optionale „Porsche Torque Vectoring“ (1309 Euro) an Bord ist, das für weitere Stabilität in Kurven sorgt. Allerdings: Wer einen Turbo fährt, der kann Auto fahren. Richtig gut Auto fahren. Nichts gegen andere Verkehrsteilnehmer, aber da ist der Turbo-Fahrer dann wie das Auto: Etwas ganz besonderes. Mehr Porsche










