Ein echter Sitzriese
Die vielköpfige Familie ist in Deutschland schon seit Langem eine aussterbende Art. Angesichts des demografischen Wandels ist es da schon respektabel, wenn Ford in diesem Jahr knapp 6000 Großraum-Vans vom Typ Galaxy verkaufen wird. Wir haben die Dieselversion mit 163 PS unter die Familien-Lupe genommen.
Kaum eine Marke hat sich optisch in den vergangenen Jahren so weiterentwickelt wie Ford, und auch der Galaxy bietet angesichts der Tatsache, dass er primär ein praktisches Auto sein will, optisch kaum Grund zu Beanstandungen. Gut, aufregend geht anders, aber wer einen betont sportlichen Van will, kann im Firmenregal ja immer noch zum S-Max greifen.
Wer mehr als den „ein Junge, ein Mädchen“-Durchschnittsnachwuchs zu kutschieren hat, der wird sich darüber freuen, dass der Galaxy serienmäßig über sieben Sitze verfügt. Je nachdem, ob jetzt die neue Einrichtung fürs Kinderzimmer oder die halbe Fußballmannschaft transportiert werden muss: Unter den 32 verschiedenen Konstellationen, die das Sitzsystem bietet, ist garantiert die richtige Einstellung dabei – ein echter Sitzriese. Das Umklappen der dritten Sitzreihe geht zwar bei anderen Herstellern mit weniger Kraftaufwand vonstatten, ist aber in der Umsetzung durchaus pfiffig gelöst. Der Kofferraum ist zudem mit einer niedrigen Ladekante ausgestattet.
Der 163 PS starke Selbstzünder bietet mit 340 Newtonmetern genügend Drehmoment, um dem Nachwuchs auf der Rücksitzbank auch mal einen spontanen Überholsprint zu bieten; ansonsten ist der Galaxy schon alleine aufgrund seiner Größe als Raumgleiter zu bezeichnen. Der hohe Schwerpunkt sollte bei allzu forschen Kurvenanfahrten stets bedacht werden. Dafür muss man sich über schlechte Straßenverhältnisse keine Sorgen machen – über diese sieht der Ford generös hinweg. Die Bedienung von Audioanlage und Tempomat über das Lenkrad (Serie ab Ghia) ist einfach und logisch. Den angegebenen Durchschnittsverbrauch von 5,7 Litern Diesel je 100 Kilometer haben wir zwar verfehlt, unabhängig von der Fahrweise blieben wir aber jederzeit unter sieben Liter – dieser Wert ist problemlos erreichbar und angesichts von 163 PS sowie der Fahrzeuggröße respektabel.
Der Tote-Winkel-Assistent (Teil des Technologie-Pakets) ist extrem übereifrig: Insbesondere im Dunkeln warnt er permanent vor Objekten im toten Winkel, die es gar nicht gibt – beziehungsweise stört er sich an Leitplanken oder Baustellen-Warnbaken. Angesichts des ständigen Blinkens in den beiden Außenspiegeln könnte man glatt meinen, eine ganze Armee lebender toter Winkel sei aus einem billigen Horrorfilm ausgebrochen und nun auf der Jagd nach unbescholtenen Familien-Van-Fahrern.
30.270 Euro sind mindestens für einen Galaxy anzulegen; der 163-PS-Diesel steht ab 34320 Euro in der Preisliste. Im Marktsegment sind das übliche Preise; während der Selbstzünder vor allen Dingen Kilometerfresser anspricht, ist unsere Empfehlung – der Eco-Boost-Benziner mit 160 PS in der umfangreich ausgerüsteten Version Titanium (33620 Euro) – auch für Wenigfahrer höchst interessant.
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