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Der Trick mit dem Kick

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Von Lothar Hausfeld, 30. Oktober 2010 00:00 Uhr

Der neue Passat: Schicker, sicherer, sparsamer

Der Trick mit dem Kick

Der VW Passat beherrscht die Mittelklasse. Seit 1973 wird er gebaut, hat seitdem weltweit 15 Millionen Anhänger gefunden. Egal, was die Konkurrenz auch in den Ring geworfen hat: Der Passat blieb oben. Jetzt kommt die siebte Generation als Kombi und Viertürer zu den Händlern.

Fast schon möchte man all die anderen Autobauer, die auch hübsche Mittelklasse-Töchter haben, tröstend in den Arm nehmen. Denn der neue Passat ist noch einmal ein gutes Stückchen weiter vom Rest der Liga abgerückt.

Wo der Vorgänger noch ein bisschen bieder, ein bisschen langweilig in der Masse untertauchte, da reckt der neue Passat ganz stolz die Nase in die Luft. Die Designer haben ihm zwar das typische VW-Markengesicht verpasst, das von Polo bis Touareg fast die gesamte Modellpalette ziert, dennoch trägt die Front auch eindeutig stilistische Anleihen vom Oberklasse-Flaggschiff Phaeton.

 
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Objektiv betrachtet hat die optische Renovierung dem Mittelklasse-Aufhängeschild ausgesprochen gutgetan – egal, ob Limousine oder Kombi-Version Variant. Kritiker werden dem VW-Markengesicht auch beim Passat nichts abgewinnen können.
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Und Oberklasse ist ein gutes Stichwort: Vieles im Passat erinnert eher an ein Fahrzeug eben dieser Liga denn an die gute alte Mittelklasse. Oftmals aber nur gegen Zuzahlung. Serienmäßig ist der Passat auch weiterhin ein Mittelklässler. Zu den technischen Highlights zählt ein Müdigkeitsassistent, der aufkommende Unkonzentriertheit des Fahrers registriert. Die City-Notbremsfunktion verhindert Auffahrunfälle bis Tempo 30 km/h, indem sie selbstständig bis zum Stillstand bremst. Fernlichtassistent, Tempomat mit Abstandhalter, Totwinkel-Assistent, Einparkassistent (parkt längs und quer ein und auch wieder aus), Verkehrszeichenerkennung und vieles mehr – die Liste der elektronischen Helferlein ist lang.

Unser persönlicher Favorit: Die Funktion namens Easy Open. Wer den Funkschlüssel bei sich trägt und beispielsweise beide Hände mit Einkäufen beladen hat, kann jetzt mit einem gezielten Tritt unter das Fahrzeugheck den Kofferraumdeckel öffnen. Natürlich muss das Auto dabei nicht berührt werden, wäre ja irgendwie unsinnig, das eigene Auto zu treten. Sensoren registrieren die Bewegung unterhalb des Laderaums. Toller Trick mit dem Kick. Das Gimmick gibt’s ab nächstem Jahr zunächst nur in der Limousine, die Entwickler hoffen allerdings, in absehbarer Zeit auch die Kombiversion mit diesem Highlight ausstatten zu können. Technisch kein Problem, doch müssen noch rechtliche Fragen und Sicherheitsaspekte geklärt werden, da die Klappe des Variant weiter aufschwingt.

Fettes Upgrade

Fahren darf man trotz der vielen Assistenten immer noch selbst. Zum Glück. Denn auch hier hat der Passat ein fettes Upgrade in die Business-Class bekommen. Zehn Motoren sind im Angebot, die eine Leistungspalette von 105 bis 300 PS abdecken und mit Superbenzin, Diesel oder Erdgas befeuert werden. Die Motoren sind zwar allesamt bekannt, wurden aber hinsichtlich ihrer Effizienz überarbeitet. Sämtliche Aggregate verbrauchen weniger, in der Spitze bis zu 18 Prozent. Der sparsamste Passat mit dem Zusatz Blue Motion kommt auf einen Wert von 4,2 Litern Diesel auf 100 Kilometer.

Wir haben den 1,8 Liter großen TSI-Benziner mit 160 PS sowie den zwei Liter großen Common-Rail-Diesel mit 140 PS ausgiebig gefahren. Der Benzinmotor ist ein wahrer Flüsterer, läuft so dezent im Hintergrund, dass man an der roten Ampel glaubt, er hätte ein Start-Stopp-System an Bord. Hat er aber nicht, das gibt’s nur im kleinsten Benziner sowie bei den Dieselvarianten. Wer nicht auf eine entsprechend hohe jährliche Fahrleistung für einen Diesel kommt, liegt mit diesem Motor genau richtig.

Auch der Selbstzünder ist zurückhaltend, auch wenn es in dieser Liga leisere Motoren gibt. Dank 320 Newtonmetern Drehmoment ist er dafür in jeder Situation kräftig genug, um auch aus dem Drehzahlkeller heraus beschleunigen zu können. Unbedingt empfehlenswert: Das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe, das mit seinen harmonischen und kultivierten Gangwechseln bestens zum Charakter des Passat passt.

Pfiffiges Laderaummanagement

Auch der Innenraum wurde ein gehöriges Stückchen aufgehübscht, edle Materialien verwöhnen Finger und Augen gleichermaßen. Für den Variant ist ein pfiffiges Laderaummanagement erhältlich, bei dem mit verschiebbaren Platten und Bändern das Transportgut fixiert werden kann. Gut 1700 Liter passen hinein – ein sehr ordentlicher Wert.

Die Serienausstattung – traditionell ein Thema, das bei VW etwas stiefmütterlich behandelt wird – umfasst unter anderem Klimaanlage, E-Fensterheber und eine Audioanlage. Das ist, auch beim Blick auf manch üppig ausgestatteten Konkurrenten, dann doch ganz schön mager. 24425 kostet der Eintritt in die Passat-Klasse, der Kombi kostet zwischen 1000 und 1150 Euro mehr. Wer ein paar PS, ein paar Extras, ein paar Spielereien mehr haben möchte, nähert sich schnell der 40000-Euro-Grenze. Und ehe man sich’s versieht, liegt man drüber. Da hilft dann leider auch kein Trick mehr...  Mehr Volkswagen


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