Scharfer KAvalier
Zwölf Jahre lang lief er nahezu unverändert vom Band, fand in Europa mehr als 1,4 Millionen Fans: Der Ford Ka. Am 14. Februar des kommenden Jahres hat die alte Kugelform ausgedient – dann erscheint der Ka in zweiter Auflage. Deutlich schärfer, deutlich sportlicher. Aber auch mit deutlich geringerem Kultpotenzial.
Dabei ist der Ka ein bisschen der Gegenentwurf zum Cinquecento: Knuffelig, knuddelig, kultig – der Fiat ist ein Frauenherzeneroberer. Der Ka ist da anders: er legt sich nicht so sehr auf das Geschlecht fest. Das raubt ihm ein wenig das Alleinstellungsmerkmal des Vorgängers, könnte aber dennoch für mehr Chancen am Markt sorgen. Weil in diesem Fall nicht nur das Äußere stimmt, sondern von den Motoren über das Interieur und den Gestaltungsmöglichkeiten bis zu den Preisen nahezu alles passt beim Ka.
Zwei Aggregate stehen zur Auswahl, ein 69-PS-Benziner sowie – Premiere im Ka – erstmals ein Diesel, der 75 PS entwickelt. Mehr als 90 Prozent der Käufer, so erwartet Deutschland-Chef Bernhard Mattes, werden sich für den Benziner entscheiden. Der ist für die Kurzstrecke ideal, vollkommen ausreichend für die Stadt. Wendig aufgrund seiner Größe (3,62 Meter Länge) sowieso. Überlandfahrten sind ihm ebenfalls nicht fremd, wobei hier mancher Überholvorgang gut überlegt sein sollte.
Uns persönlich hat der Diesel noch eine Spur besser gefallen, der zupackend und dabei laufruhig ist. Im Segment der Kleinen ist der Selbstzünder wegen der oftmals geringeren Jahreslaufleistung aber nicht so gefragt – schade eigentlich. Beide Motoren glänzen durch ihre Verbrauchs- und Emissionswerte, bleiben im Datenblatt bei CO2-Ausstößen von unter 120 Gramm je Kilometer – vorbildlich.
„Downsizing ist angesagt“, so Mattes beim Blick auf die Motoren, also weniger Hubraum und Verbrauch bei gesteigerter Leistung. „Das trifft bei der Ausstattung aber nur sehr bedingt zu, gerade individuelle Gestaltungsmöglichkeiten sind sehr gefragt. Beim neuen Ka bieten wir riesige Individualisiserungsmöglichkeiten“, so der Ford-Boss.
Das Cockpit wirkt schon in der Grundausstattung hochwertig, keinesfalls karg und doch übersichtlich. Erstaunlich ist das Platzangebot auf den beiden vorderen Sitzen, Platzängste kommt hier nicht auf. Üppige Beinfreiheit gibt es für den Beifahrer trotz geradezu gigantisch großem Handschuhfach, die beiden hinteren Plätze sind dabei natürlich eher für Kinder geeignet. Ärgerlich: Die Kofferraumklappe lässt sich in der Titanium-Version nur per Schlüsselfernbedienung öffnen.
Knapp drei Viertel aller Ka-Käufer erwartet Mattes dabei für die höherwertige Titanium-Ausstattung, lediglich knapp ein Drittel soll die Trend-Ausstattung wählen. Das ist eben der aktuelle Käuferwunsch: Kleinere Autos mit großem Komfort. Zwölf teilweise expressive Farben stehen zur Auwahl, zahllose Gestaltungsmöglichkeiten wie die auffälligen Styling-Pakete „Tattoo“, „Grand Prix“ und „Digital Art“ peppen den Ka äußerlich und innerlich teilweise heftig auf.
Neben dem Design wichtigstes Käuferkriterium in dieser Fahrzeugkategorie: Der Preis. Der Ka startet bei 9750 Euro, bietet hier unter anderem Bordcomputer, höhenverstellbaren Fahrersitz und ABS. In der höheren Titanium-Ausstattung kommen unter anderem E-Fensterheber, Klimaanlage, Nebelscheinwerfer und Zentralverriegelung mit Fernbedienung für einen Aufpreis von 1000 Euro dazu. Den Schleuderschutz ESP gibt es nur gegen Aufpreis, kostet 360 Euro extra.
„Wenn man dieses Auto mit diesem Fahrwerk überwiegend in der Stadt fährt, dann braucht man kein ESP“, ist Mattes überzeugt. Das dürfte stimmen: Der Ka sieht zwar scharf aus und lässt sich auch durchaus scharf fahren. In den Grenzbereich kommt man mit 69 oder 75 PS nur äußerst selten. Da bleibt der Ka trotz seines scharfen Aussehen auch weiterhin ein KAvalier.
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