Yamaha FZ6 Fazer: Sportliches Allround-Talent
Das Zeug zum Bestseller hat die Yamaha FZ6 Fazer. In diesem Jahr ist der sportliche Allrounder bislang das beliebteste Modell des japanischen Herstellers in Deutschland. Schon im vergangenen Jahr hatte sie hinter der Honda CBF 600 und der BMW R 1200 GS den dritten Platz in der bundesdeutschen Zulassungsstatistik erreicht. Die mit 7.350 Euro nicht wirklich teure Maschine trägt im Aluminium-Gussrahmen einen von der rennerprobten R6 abgeleiteten 600-Kubikzentimeter-Motor. Mit 72 kW/98 PS Leistung, die für über 200 km/h Spitzengeschwindigkeit gut ist, verheimlicht der Vierzylinder seine sportlichen Gene nicht. Allerdings wurde die Leistungscharakteristik gegenüber dem Ursprungsmotor etwas modifiziert, um für mehr Durchzug im mittleren Drehzahlbereich zu sorgen.
Auf Landstraßen ist das schlanke Zweirad aus Japan dagegen voll in seinem Element. Man kann ganz die Umgebung genießen, denn Gangwechsel sind zwischen 30 km/h und 100 km/h überflüssig. Durch den angenehmen Knieschluss am 19-Liter-Tank lässt sich das Bike mit wenig Armkraft um die Kurven zirkeln. Hinzu kommt, dass man auf der Maschine für ein sportliches Motorrad noch recht aufrecht und damit auch nach ein paar Stunden Fahrtzeit noch entspannt sitzt. Die vergleichsweise hoch platzierten Fußrasten sind wohl als Zugeständnis an besonders sportliche Fahrer zu verstehen. Die zweistufige Sitzbank kommt auf eine Höhe von knapp 80 Zentimetern und erlaubt dadurch ein angstfreies Rangieren des mit 186 Kilogramm Trockengewicht noch eher leichten Zweirads.
Am Heck sind nur zwei Haltegriffe für die durch die erhöhte Sitzposition notgedrungen kleine Sozia angebracht. Eine Gepäckbrücke mit Topcase-Träger muss für rund 210 Euro extra bestellt werden. Etwas irritiert das geringe Dämpfungsvermögen der Vorderradgabel, die bei hohen Geschwindigkeiten und schlechtem Fahrbahnbelag Stöße an den Fahrer meldet. Als einziges echtes Manko ist jedoch die bei hohen Außentemperaturen vom Kupplungsgehäuse aufsteigende Hitze zu sehen, die sich im Stadtverkehr oder Stau sehr unangenehm bemerkbar macht. Bei rasanter Fahrweise muss mit einem Verbrauch von gut 6,5 Litern auf 100 Kilometer Distanz gerechnet werden. An weiteren Kosten fallen unter anderem die jährliche Kfz-Steuer von 44 Euro an. Für die Haftpflichtversicherung sind beispielsweise bei der AXA 111 Euro im Jahr zu entrichten. Zudem empfiehlt sich zur Erleichterung der Wartungs- und Pflegearbeiten an der Kette die Anschaffung eines Hauptständers für 121 Euro.
Für den anhaltenden Erfolg der Straßenmaschine spricht ihr gefälliges Äußeres. Die Frontansicht zieren zwei dreidimensionale schmale Scheinwerfer, die an Insektenaugen erinnern. Auch das Heck ist mit einer kleinen, kompakten Leuchteneinheit schön gezeichnet, unter der dann die beiden hochgelegten Auspuffrohre enden. Im Cockpit informiert eine runde Anzeige mit digitalem Display über Geschwindigkeit, Kühlwassertemperatur, Spritverbrauch und Uhrzeit. Besonders viel Spaß macht es zu beobachten, wie sich das die Drehzahl anzeigende Leuchtenband im Uhrzeigersinn nach oben schraubt. Lob gibt es darüber hinaus für die weitgehend ungerührt von Vibrationen bleibenden Außenspiegel sowie die Bremsanlage, die mit Doppelscheibe vorn und Einfachscheibe hinten stets einen zuverlässigen Eindruck vermittelt.
Die Yamaha FZ6 Fazer ist genau die Richtige für alle, die eine Gefährtin
für flotte Landstraßentouren suchen und eine sportliche Fahrweise ohne
Kraftanstrengung bevorzugen.
Teststenogramm: Yamaha FZ6 Fazer
flüssigkeitsgekühlter
Vierzylinder-Viertakt-Motor mit elektronischer Einspritzung und Katalysator,
600 Kubikzentimeter Hubraum, 72 kW/98 PS Leistung bei 12 000 U/min, max.
Drehmoment 63 Nm bei 10.000 U/min, Sechsgang-Getriebe, Kettenantrieb, 19
Liter Tankinhalt, Testverbrauch auf 100 Kilometer: rund 6,5 Liter
Superbenzin; Jahresbeiträge bei der AXA-Versicherung KH: 111 Euro (SF 1,
Zulassung Düsseldorf, 50 Millionen Euro pauschal mit Schutzbrief), TK 104
Euro (150 Euro Selbstbeteiligung); Preis: 7.350 Euro.
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