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Anders und doch typisch

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Von Lothar Hausfeld, 25. September 2010 00:00 Uhr

Gefahren: Porsche Panamera 4

Anders und doch typisch

Mit dem viertürigen Panamera hat Porsche mittlerweile erfolgreich eine vierte Baureihe etabliert. Wir waren in der Allrad-Einstiegsversion Panamera 4 mit 300 PS unterwegs.

Von vorne geht er ja noch als typischer Porsche durch, die Seitenansicht mit zwei Türen ist auch noch durchaus gelungen, doch das Heck ist für einen Porsche definitiv zu pummelig. Passanten bleiben trotzdem am parkenden Panamera stehen, scheinen eher positiv denn ablehnend gestimmt, fragen freundlich interessiert nach. Ja, das ist tatsächlich ein Porsche. Auch wenn er größtenteils ungewöhnlich aussieht.

 
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Trotz der vier Türen, die den Panamera aus mancher Betrachtungsposition komplett anders als alle anderen Porsche-Modelle aussehen lassen, gibt er sich beim Fahrverhalten so typisch wie ein 911er. Porsche Panamera 4
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Der größte Vorteil des pummeligen Pos: Da passt eine Menge rein. Nicht nur, dass auf den hinteren Einzelsitzen zwei Erwachsene fast genauso bequem wie vorne sitzen können, auch als Lademeister steht der Panamera nicht auf verlorenem Posten. Nicht schlecht staunte der Lagerist, als wir eine Herrenkommode samt Karton in das Heck bugsierten – bei umständlich demontiertem Kofferraumrollo und umgelegten Rücksitzen freilich. Der 300 PS starke V6 ist das kleinste erhältliche Aggregat im Panamera. Vielleicht muss er deshalb beim Starten etwas kompensieren; er faucht jedenfalls lautstark, wenn der Schlüssel umgedreht wird.

Handzahm und (meist) akustisch zurückhaltend

Anschließend gibt er sich aber handzahm, bleibt zumeist akustisch so zurückhaltend, wie das bei einer Reiselimousine sein muss. Obwohl er so komfortabel wie kaum ein anderer Porsche ist, lässt sich auch ein Schwergewicht wie der Panamera so sportlich wie ein typischer Porsche um die Kurven hetzen, der Allradantrieb erhöht die Traktion in solchen Kurvenfällen deutlich. Eher Porsche-unüblich: Auch der Blick auf den Durchschnittsverbrauch macht im Bordcomputer Spaß. Im Alltagsbetrieb sind die angegebenen 9,6 Liter auf 100 Kilometern tatsächlich problemlos zu erreichen; nicht nur wegen des tadellos arbeitenden Start-Stopp-Systems. Auf längeren Tempo-120-Autobahnabschnitten stand gar ein Wert von 7,9 Litern im Display – Hut ab!

So sehr wir auch ein Anhänger des Porsche Doppelkupplungsgetriebes PDK sind: In Kombination mit dem 300-PS-V6 und dem knapp zwei Tonnen schweren Panamera ist die Doppelkupplung insbesondere im langsamen Stadtverkehr überfordert, irrt ruckelnd durch die niedrigen Fahrstufen.

Nur wer nahezu Vollgas gibt, lässt die Gänge locker flutschen – das kostet aber natürlich reichlich Sprit. Die kleinen Fenster erschweren die Navigation in engen Straßen, die Parksensoren schlagen permanent piepend an. Im Cockpit, das so wuchtig wie eine Pilotenkanzel wirkt, fordern nicht weniger als 48 Schalter und Tasten die Aufmerksamkeit des Fahrers.

Ladevolumen und Komfort

Trotz der vier Türen, die den Panamera aus mancher Betrachtungsposition komplett anders als alle anderen Porsche-Modelle aussehen lassen, gibt er sich beim Fahrverhalten so typisch wie ein 911er. Das Ladevolumen und der Komfort an Bord sind dagegen eher untypisch – leider auch das unbefriedigende PDK.

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