Honda Varadero: Das Fernweh-Motorrad
Aus der Palette der großen Reiseenduros ist die Honda Varadero seit ihrem Debüt 1999 nicht mehr wegzudenken. Auch die Neuauflage mit besten Langstreckenqualitäten für Fahrer und Beifahrer, gutem Wetterschutz oder optionalem ABS machen die 10 290 Euro teure Honda zum gefälligen Tourenfahrzeug. Noch gefälliger wird sie mit dem für 1 100 Euro erhältlichen Travel-Paket.
Abgesehen von den neuen Farben wurde das Design der Varadero nur leicht verändert. So ist die Seitenverkleidung schlanker geschnitten, was unter anderem der Wartungsfreundlichkeit zugute kommt. Gleichzeitig findet sich nun ein kleines abschließbares und vor allem wasserdichtes Seitenfach im Cockpit. Auch die Heckverkleidung wurde überarbeitet und harmoniert bestens mit der neuen Auspuffabdeckung. Jedoch sind die großen Edelstahlschalldämpfer mit etwas zu kratzempfindlichen schwarzen Endkappen dekoriert, die indes als Hitzeschutz notwendig sind.
Auf Aluminium statt Plastik setzt man nun bei der Unterverkleidung des Motors. Die tiefer angeordneten Motorkomponenten sind damit besser vor Steinschlag geschützt - auch wenn man mit der rund 270 Kilo wiegenden Varadero echte Geländeeinsätze eher meidet. Dafür ist sie dann doch zu schwer - und wegen ihrer edlen Optik eigentlich auch fast zu schade. Zudem sollte man auf der Varadero über einen ausgeprägten Gleichgewichtssinn und nicht zu kurze Beine verfügen, kommt man doch angesichts der zwar reduzierten, aber immer noch beachtlichen Sitzhöhe von 84,3 Zentimetern beim Rangieren rasch in Bedrängnis. Abhilfe schafft eine optionale, drei Zentimeter tiefere Sitzbank. Am Sitzkomfort hingegen gibt es rein gar nichts auszusetzen - weder vorne noch hinten.
Einmal in Fahrt, beeindruckt die bis zu 200 km/h schnelle Honda mit ihrer Agilität, die das Gewicht rasch vergessen lässt. Garant hierfür ist der kultivierte V2-Motor mit 996 ccm Hubraum, der seine 69 kW/94 PS Leistung nun bereits bei 7 500 U/min und nicht wie bei der Vorgängering bei 8 000 U/min erreicht. Zudem entspricht der Zweizylinder, dessen maximales Drehmoment von 98 Nm nach wie vor bei 6 000 U/min liegt, der Euro 3-Abgasnorm. Um die ganze Kraft abzurufen, bedarf es einer forcierten Gangart. Doch schon früh steht erfreulich viel Schub zur Verfügung, so dass die Maschine sich selbst im Zweipersonenbetrieb meist unterhalb von 4 000 Umdrehungen bewegt. Das schont das Nervenkostüm - und den Geldbeutel. Die Varadero begnügt sich mit durchschnittlich 5,3 Litern Normalbenzin auf 100 Kilometer, was dank des 25 Liter fassenden Tanks Etappen von rund 470 Kilometern ermöglicht. Ein deutliches Zeichen für eine fein abgestimmte Einspritzanlage und ein enormer Fortschritt gegenüber früheren Zeiten, als die Varadero noch mit Flachschiebervergasern arbeitete. Neben dem geringen Verbrauch fällt auch die jährliche Haftpflichtversicherung bei der AXA mit 139 Euro recht günstig aus.
Lobend zu erwähnen ist auch die Bremsanlage, die serienmäßig über das
bewährte Kombibremssystem Dual-CBS verfügt. Dennoch empfiehlt sich der Kauf
des für 900 Euro erhältlichen ABS, das die Varadero endgültig zu einem
richtig feinen Reisemotorrad macht.
Reiseenduro mit flüssigkeitsgekühltem
Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, vier Ventile pro Zylinder, 996 ccm
Hubraum, Leistung 69 kW/94 PS bei 7.500 U/min, max. Drehmoment 98 Nm bei 6.000 U/min, elektronische Einspritzung, geregelter Katalysator, Euro-3-Norm,
sechs Gänge, Sitzhöhe 83,8 Zentimeter, Tankinhalt 25 Liter, Reifen vorn
110/80 R 19, hinten 150/70 R 17, Leergewicht 276 Kilogramm (inkl. ABS),
Zuladung 201 Kilogramm, Höchstgeschwindigkeit 200 km/h, Verbrauch 5,3 Liter
Normalbenzin auf 100 Kilometer, Jahresbeiträge bei der AXA-Versicherung KH:
139 Euro (SF 1, Zulassung Düsseldorf, 50 Mio. Euro pauschal mit
Schutzbrief), TK: 137 Euro (150 Euro Selbstbeteiligung), VK wird nicht
angeboten; Preis: ab 10.290 Euro.
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