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Meisterleistung der Ingenieure

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Von Ulrich Hanser, 24. April 2010 00:00 Uhr

Im Leipzig läuft der neue Cayenne vom Band

Meisterleistung der Ingenieure

Nicht immer übertreiben Designer in Superlativen, wenn es um ihre automobilen Neuschöpfungen geht. Dabei hätte Michael Mauer allen Grund, darf er doch zu Recht behaupten: „Der neue Cayenne ist mehr Porsche denn je.“ Doch auch technisch hat sich bei der neuen Generation eine Menge getan.

Der nächste Cayenne steht ab 8. Mai bei den Händlern. Wie schon der ebenfalls geliftete VW Touareg, mit dem sich der Cayenne einiges teilt, kommt der Porsche mit coupéhaft verschlankter Karosserie. Immerhin um bis zu knapp 200 Kilo wurde abgespeckt, ohne dass dies zulasten von Stauraum und Platzangebot geht. Neue Eindrücke auch innen, das Cockpit mit neuem Schwung und ansteigender Mittelkonsole. Auf dem Höhepunkt des SUV-Booms sorgte der Cayenne für 50 Prozent des Porsche-Absatzes. Trotz Klimadiskussion, die auf wachsenden Absatzmärkten wie China und Mittlerer Osten bisher freilich kaum durchschlägt, soll die neue Generation des sportlichen Geländewagens den Erfolg fortsetzen. Zumal als Premiere ein Hybridantrieb zur Wahl steht. Porsche glaubt, dass der Hybridanteil fünf bis 15 Prozent schaffen kann. Basis ist ein von Audi entwickelter Sechszylinder-Kompressormotor, dem ein Elektromotor zur Seite steht.

Seit 2002 hat Porsche rund 270000 Cayenne verkauft. Wir vermuten, dass dieses Modell auch auf der Ertragsseite seinem Hersteller (und dessen Aktionären) besonders viel Freude macht. In Deutschland konnte Porsche die Zahl der Neuzulassungen im vergangenen Jahr gegen den Trend fast halten, was angesichts Finanzkrise und verschärfter Umweltwahrnehmung erstaunlich ist. Hauptgrund dieser gegen den Trend laufenden Entwicklung war der neu eingeführte Diesel im Cayenne. Den hatten andere zwar schon länger, doch waren Verkaufseinbrüche etwa bei Audi Q7 und Mercedes ML schmerzlich.

Sollen sich große Geländewagen weiterhin verkaufen lassen, müssen sie noch verbrauchsärmer werden. Porsche hat das beim Cayenne geschafft, mit Hybridantrieb als Alternative zum Diesel, mit einer unauffällig arbeitenden Start-Stopp-Automatik, mit weniger Gewicht für reduzierte Verbräuche. Wem der Verbrauch ziemlich wurscht ist, greift halt zum 500 PS starken Turbo. Der schneidet dann messerscharf wie Cayenne-Pfeffer durch den Fahrtwind, bis die Nadel im endlich wieder mittig sitzenden Drehzahlmesser am rechten Anschlag zittert.

Noch nie zuvor hat der Sportwagenhersteller ein neues Modell in gleich fünf Versionen zum Verkaufsstart gebracht. Neben Cayenne, S, Diesel und Turbo ist die heute wohl wichtigste Variante der Hybrid. Der V6-Benziner schafft 333 PS, der Elektro-Antrieb mobilisiert 47 PS. Beide zusammen bringen 580 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle. Das Fahrerlebnis ist hybridtypisch.

Leise summend rollt der Cayenne los, bei mehr Gas kommt auch der Benzinmotor zur Sache. Vielfältig und liebevoll gestaltet haben die Porsche-Tüftler das hybride Instrumentarium, auf dem sich der Umweltbewusste gewissenhaft informieren lassen kann. Zum Beispiel über die Straßenabschnitte, auf denen man ganz ohne CO2-Ausstoß unterwegs war. Für eingefleischte Porscheaner freilich ist Neugewöhnung angesagt: der hybride V6 klingt flacher als ein nach bisheriger Lesart standesgemäßer V8.

 
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Unterm Strich verteilt Porsche-Chef Michael Macht hauptsächlich Lob – im eigenen Haus: „Unsere Ingenieure haben mit dieser Meisterleistung einen hervorragenden Job gemacht.“ Und zur Beruhigung diese willkommene Pille für die Aktionäre: „Nach unseren neusten Zahlen kommt das Ende der Durststrecke zumindest in Sicht.“  Mehr Porsche


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