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Fiesta Sexicana

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Von Lothar Hausfeld, 06. September 2008 00:00 Uhr


Fiesta Sexicana

Seit 32 Jahren gehört der Ford Fiesta zum festen Inventar auf der Straße, hat bisher rund zwölf Millionen Käufer gefunden. Doch so frisch, so dynamisch, so sexy wie die siebte Generation, die am 11. Oktober zu den Händlern rollt, war der Fiesta noch nie.

 
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Wer den neuen Fiesta sieht, mag es kaum glauben: In seinen Abmessungen, insbesondere in der Fahrzeughöhe, unterscheidet er sich kaum von seinem Vorgänger, der im Vergleich deutlich unspannender rüberkam. Das Design trägt Züge der aktuellen Ford-Formensprache, greift Themen des „Kinetic Design“ auf, das schon beim Mondeo, S-Max, Focus und Kuga für frischen Wind bei Ford gesorgt hat.

Neue Modelle müssen größer werden – trifft also schon mal nicht zu. Neue Modelle müssen schwerer sein – stimmt beim Fiesta auch nicht. Rund 40 Kilo haben die Ford-Entwickler bei ihrem Baby abgespeckt, laut Chefingenieur Jörg Beyer wurde „jede Schraube im Auto umgedreht und geprüft, ob man sie leichter machen konnte“. Dem Gewichtsverlust steht dennoch ein höheres Maß an Sicherheit gegenüber: So bekommt der Fiesta erstmals Knieairbags verpasst – serienmäßig. Für den EuroNCAP-Crashtest erwartet Ford die maximal möglichen fünf Sterne.

Obwohl sich die Außenmaße im Vergleich zum Vorgänger kaum geändert gaben, wartet der Innenraum mit deutlich mehr Platz auf. Auf den vorderen Sitzen können selbst Personen mit Körperlängen von über 1,90 Metern bequem sitzen, hinten geht es naturgemäß ein wenig beengter zu. Der wahlweise als Drei- oder Fünftürer erhältliche Fiesta bietet aber dennoch genügend Kopffreiheit auf den Plätzen im Fond; die Beine müssen dagegen hinten schon mal arg angewinkelt werden, wenn der vordere Sitz weit nach hinten geschoben wird. Nichtsdestotrotz: Das Platzangebot – inklusive Kofferraumvolumen (295 Liter) – ist für einen Kleinwagen erstaunlich.

Kleinwagen? Wieso eigentlich Kleinwagen? „Der Fiesta ist kein Kleinwagen im eigentlichen Sinne“, so Beyer. „Wir nennen ihn unseren kleinsten großen Ford.“ Das ist natürlich Marketingdeutsch, stimmt in seinem Kern aber trotzdem. Insbesondere dann, wenn man sich den Innenraum mal genauer anschaut. Da gleiten die Hände erstaunt über die verbauten Materialien, da riecht nichts nach billigem Kleinwagen. Einzig die Türöffner im Innenraum verströmen den Charme koreanischer Importe aus den 80er Jahren. Und die Haltegriffe am Dachhimmel haben wir vermisst – aber darauf mögen jüngere Menschen vielleicht leichter verzichten.

Ein optisches und haptisches Schmankerl ist dagegen die Handhabung von Audiogeräten, Telefon und Co.: Die Bedieneinheit erinnert an die Tastatur eines Mobiltelefons, soll so vor allen Dingen junge Menschen ansprechen. Nun gehören wir zwar nicht mehr in diese Zielgruppe (siehe Haltegriffe), sind aber trotzdem angetan von Idee und Umsetzung. Auch die Ausstattung und der Umfang der Optionsliste liegen weit über der der Konkurrenz, bieten beispielsweise Komfortblinker, MP3-Player-Anschluss oder gar ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem.

In puncto Fahrwerksabstimmungen setzten die Fords der letzten Jahre stets Maßstäbe, da sie stets die exakte Balance zwischen Komfort und Sport fanden. Da macht der Fiesta keine Ausnahme: Nicht so schlapp wie ein ausgeleiertes Sofa, aber auch nicht so hart wie ein Brett – so wie es deutsche Hinterteile in der Mehrheit eben mögen. Für die Gesäßstraffung gibt es noch das Sportfahrwerk, das ein wenig härter gefedert ist.

In Deutschland bekommen die Kunden die Auswahl zwischen fünf Benzinern (60 bis 120 PS) sowie einem Diesel mit 90 PS. Die Verbrauchs- und Emissionswerte imponieren: Der „schmutzigste“ Fiesta bläst gerade einmal 139 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft. Anfang nächsten Jahres kommt eine verbrauchsoptimierte Econetic-Variante auf den Markt, die lediglich 3,7 Liter auf 100 Kilometern verbraucht und 98 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt.

Wir waren mit der 120 PS starken Sportversion (kommt im Laufe des Jahres) und dem 90-PS-Diesel unterwegs, waren von der Durchzugsstärke des Selbstzünders angetan, der auch auf bergigen Strecken im höheren Gang gefahren werden kann, ohne schlapp zu wirken. Der Benziner muss dagegen ein wenig häufiger geschaltet werden, macht so aber auch reichlich Spaß. Und der Fahrspaß stand bei den Entwicklung trotz aller Sparzwänge, Verbrauchsoptimierungen oder Komforteinstellungen im Mittelpunkt. Auf der Landstraße entwickelt der Fiesta so sogar echtes Überholprestige. Leider gibt’s grundsätzlich nur fünf Gänge, die 120-PS-Version hätte ruhig noch einen sechsten Gang vertragen können.

Fehlen nur noch die Preise: Die sind im Vergleich zum Vorgänger um rund 300 Euro angehoben angehoben worden, dafür wurde die Serienausstattung um ESP, Zentralverriegelung, elektrisch verstellbaren Außenspiegeln, Knieairbags und Easy-Fuel-System, das falsches Betanken verhindert, erweitert. Der günstigste Fiesta startet jetzt bei 11250 Euro - da kann die Fiesta Sexicana so richtig beginnen.  Mehr Ford


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