Renault Maxity: Arbeiter und Geräteträger
Mit dem Maxity ergänzt Renault seine Nutzfahrzeug-Palette erstmals mit einem Fahrzeug des Allianzpartners Nissan. Der Maxity ist unverkennbar ein Nissan Cabstar. Er läuft vom gleichen Band im spanischen Werk Avila bei Madrid, wirkt dank einiger Änderungen im Außen- und Innendesign aber wie eine Premium-Ausgabe des Nissan Cabstar. Entsprechend wird die noch nicht vorliegende Preisliste ausfallen: Mit etwas Preisvorteil für den Cabstar und etwas höherwertiger Ausstattung für den Maxity.
Drei Motoren stehen für den Maxity zur Auswahl: Der nur 1,6 Liter große und damit auch entsprechende leichte Vierzylinder-Diesel mit 81 kW/110 PS ist mit einem Fünfgang-Getriebe kombiniert. Dank relativ kurzer Übersetzung kommt der Maxity mit dieser Kombination als 3,5-Tonner prima zurecht bei sehr ordentlichen Nutzlastwerten. Auffällig hier nur der lange Sprung wischend den Gängen zwei und drei: Das stört hier die Harmonie und auch die Seilzug-Schaltung ist in Sachen Führung und Genauigkeit verbesserungswürdig. Deutlich mehr Dynamik zeitigen die beiden Spitzentriebwerke mit 96 kW/130 PS und 110 kW/150 PS.
Beeindruckend ist die Wendigkeit des Maxity: Das Lkw-typische Frontlenker-Konzept mit kurzen Radständen, langen Überhängen und - dank Heckantrieb - enormen Lenkeinschlägen, erlaubt kleinste Wendkreise. Überall dort, wo es eng zugeht, kommt man mit so einem Konzept deutlich besser zurecht als mit einem frontgetriebenen Kurzhauben-Transporter. Hilfreich und kupplungsschonend beim Rangieren ist der optionale Hillholder. Er hält die Bremse beim Anfahren am Berg geschlossen, so lange, bis an der Kupplung das Antriebsmoment eintrifft. Normalerweise ist diese Funktion stets mit ESP gekoppelt. Hier nicht, weil Renault auf ein ESP beim Maxity komplett verzichtet.
Vorteile im Handling sind die wahre Stärke eines Leicht-Lkw dieser Bauart. Der Federungskomfort ist freilich vergleichsweise rustikal. Daran sind nicht unbedingt die hinteren Blattfedern schuld, sonder eher der kurze Radstand und die Sitzposition direkt über der Vorderachse. Federweg und Dicke der Sitze werden hier von der Höhe der Motorkiste bestimmt. Dazu kommt, dass durchaus auch die Hitze des Motors deutlich fühlbar in die Kabine durchschlägt.
Hierzulande werden überwiegend die 3,5-Tonner-Varianten des Maxity Beachtung finden. Ihre Fahrgestell-Tragfähigkeit steht der von selbsttragenden Transportern in nichts mehr nach: Rund 1 700 Kilogramm bis 1 800 Kilogramm verbleiben für Aufbau und Nutzlast. Bei einem leichten Kofferaufbau bis maximal 4,1 Meter Länge beim 3,5-Tonner (beim 4,5-Tonner sind es fünf Meter) bleiben da zwischen 1 300 und 1 400 Kilo reine Nutzlast. Für ein Frontlenker-Konzept mit Lkw-Rahmen sind das hervorragende Werte.
Einen weiteren Markt sieht Renault für den Maxity als Geräteträger. Während bei einfachen Kipper-Pritschen elektrisch angetriebene Hydraulikpumpen vollkommen ausreichen, hat Renault bei beiden Getrieben auf die Erweiterung mit leistungsstärkeren Nebenantrieben geachtet. Damit lassen sich auch komplexere Aufbauten wie Absetz- und Abrollkipper, Pannenfahrzeuge oder Hubbühnen realisieren. Für diese Einsätze sieht Renault auch die eigentliche Domäne des ab März bei uns erhältlichen Maxity.
Der Frontlenker, den es übrigens auch als sechssitzigen Doppelkabiner
gibt, könnte sich bei günstiger Preisgestaltung zu einem Liebling der
Handwerker, kommunaler Fuhrparks und Dienstleister entwickeln. Die
Handlichkeit in Stadt und Land ist bestechend, die Auswahl und vor allem die
Adaptierbarkeit sehr spezifischer Aufbauten ist reichhaltig. Nur wenig
Potenzial bietet das Fahrzeug hingegen als Schnelltransporter für die
Autobahn.
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