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Muss nichts. Kann alles.

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Von Lothar Hausfeld, 22. Mai 2010 00:00 Uhr

Porsche Turbo S

Muss nichts. Kann alles.

„Ultimativ“ – ein Wort, für das es im Deutschen keine Steigerung gibt. Um etwas Ultimatives zu steigern, muss man sich schon eines Kniffes bedienen. Etwa so: Das ultimative Auto? Ein Porsche. Der ultimative Porsche? Der 911er. Der ultimative 911er? Der Turbo. Der ultimative Turbo? Der Turbo S. Eben jenen bringen die Zuffenhausener jetzt in der neuesten Generation auf den Markt.

Sich dem Thema Sportwagen auf vernunftbasierter Grundlage zu nähern ist im Grunde genommen widersinnig. Denn wie sollte man rational erklären, dass selbst ein 500-PS-Turbo für den einen oder anderen noch nicht genug ist? Dass man gerne noch das geschwungene „S“ auf der Heckklappe prangen hat, das signalisiert: Ich kann das allerletzte Quäntchen mehr? Die letzte Zehntelsekunde schneller auf Tempo 100 spurten? Eben: Rational erklären kann man das nicht. Aber er-fahren kann man das.

Nun werden vermutlich viele den Unterschied zwischen einem Turbo und einem Turbo S kaum in Worten wiedergeben können. Letztlich trennt die beiden kaum mehr als ein Wimpernschlag, zumindest was die Beschleunigung angeht, die Wucht, mit der die Besetzung beim Anfahren in die Sportschalensitze gepresst wird.

Aber die Klientel, die Porsche mit diesem Auto ansprechen will, die wird sich des Unterschieds bewusst sein. Die Klientel, die mindestens 173214 Euro für das Coupé oder 184546 Euro für das Cabrio ausgibt, die legt Wert auf die feinen Details, in denen sich der „S“ vom „normalen“ Turbo unterscheidet.

Im Mittelpunkt des Turbo S steht Performance. Diesem Thema ist nahezu alles untergeordnet. 530 statt 500 PS, unfassbare 700 Newtonmeter an maximalen Drehmoment (quasi permanenter Overboost), in 10,8 Sekunden auf Tempo – nein, nicht 100, sondern 200. Das Porsche Doppelkupplungsgetriebe schaltet schneller als jede menschliche Hand, der 3,6 Liter große Boxermotor wird von zwei Turboladern beatmet, der Allradantrieb hält in Verbindung mit dem Porsche Torque Vectoring System (mechanische Hinterachsquersperre und variable Momentenverteilung an der Hinterachse) den reinrassigen Sportwagen auch in Extremsituationen stur auf Spur. Die Keramikbremsanlage bremst nicht im herkömmlichen Sinne, sie wirft Anker. Und so weiter, und so weiter.

 
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Wer jetzt aber denkt, dass der Turbo S einzig und allein auf der Rennstrecke zu Hause ist, der täuscht sich: Auch auf von Teerpflastern übersäten städtischen Straßen, auf engen Landstraßen oder temporeglementierten Autobahnen schaffte der scharfe S im Test den Spagat zwischen Alltag und Adrenalin. Der muss eben nichts. Kann aber alles.  Mehr Porsche


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