Kawasaki ZZR 1400: Das neue Flaggschiff mit Alltagstauglichkeit
Schon aufgrund ihrer Optik sorgt die Kawasaki ZZR 1400 für Aufsehen: eine aerodynamische Silhouette, eine auffällige Front mit dem Vierfachscheinwerfer und einem riesigen Ram-Air-Schlund. Hinzu kommt ihre immense Leistung von 190 Pferdestärken. Doch das Überraschende an der ZZR ist, dass sie nicht nur für die Autobahn zu gebrauchen ist, sondern vielmehr über eine hohe Alltagstauglichkeit verfügt. Der Preis des neuen Flaggschiffes von Kawasaki liegt bei knapp 14 000 Euro.
Doch bei Bedarf kann das Kraftpaket auch ganz anders. So sanft es im unteren und mittleren Drehzahlbereich durch die Lande rollt, so gnadenlos beißt das Bike zu, bekommt der Motor die Sporen zu spüren. Spätestens ab 6 000 Touren setzt der Donnerbolzen zum Spurt an, unerbittlich dreht das bei 7 500 Umdrehungen 154 Nm leistende Aggregat bis in den bei 11 000 Touren beginnenden roten Bereich. Solch ein Leistungspotenzial lässt sich allenfalls auf der Autobahn entfalten. Denn alleine hier darf man erleben, wie lässig die ZZR die Marke von 200 km/h passiert, wie schnell die Tachonadel Tempo 280 anzeigt, während der Rest des Verkehrs zu stehen scheint. Nun kommt auch der Ram-Air-Effekt zum Tragen, der die Leistung bei hohen Tempi auf mehr als 200 PS steigert. Die Elektronik regelt bei 298 km/h ab. Angesichts solcher Talente sollte der Fahrer die Maschine stets gut im Griff haben - nicht nur wegen plötzlich ausscherender Fahrzeuge. Ein derart flottes Motorrad verlangt letztlich auch ein gehöriges Maß an Selbstdisziplin und Verantwortungsgefühl.
Zudem kann nur so der Verbrauch einigermaßen in Grenzen gehalten werden. Denn selbst im normalen Alltagsbetrieb liegt dieser bei durchschnittlich acht Litern Super auf 100 Kilometer. Wird das Potenzial der nach der Euro-2-Norm eingestuften ZZR ausgeschöpft, rinnen deutlich größere Mengen durch die Einspritzanlage. Dann reicht der Inhalt des 22 Liter fassenden Tanks nur für knapp 200 Kilometer. Dabei sind auf der bequemen Sitzbank auch wesentlich längere Etappen möglich. Zwar sitzt der Fahrer sportlich versammelt hinter der hervorragend funktionierenden Vollverkleidung, doch zum Glück muss er sich nicht so weit nach vorne beugen wie auf einem Supersportler. Der kompakte Motor und der taillierte Tank erlauben es, die Knie während der Fahrt eng zusammenzuhalten. Das sorgt für ein überraschend gutes und neutrales Handling, so dass auch kleine Landstraßen zur Tour einladen. Dank der perfekten Balance fährt die ZZR mit ihrem verwindungssteifen Leichtmetall-Monocoque-Rahmen geradezu spielerisch in die Kurven und bleibt hier auch bei schneller Gangart stets auf der gewünschten Linie.
In Deutschland wird die ZZR ausschließlich mit einem serienmäßigen ABS angeboten, was angesichts der gebotenen Leistung auch gut ist. Die gedrungen-muskulöse ZZR reizt mit purer Kraft im Übermaß, besitzt aber gleichzeitig die dafür notwendige Souveränität: Sie hat die Power, aber sie muss es nicht jedem beweisen.
Teststeno Kawasaki ZZR 1400: flüssigkeitsgekühlter
Vierzylinder-Viertakt-Reihen-Motor, vier Ventile pro Zylinder, 1 352 ccm
Hubraum, Leistung 140 kW/190 PS bei 9 500 U/min, max. Drehmoment 154 Nm bei
7 500 U/min, elektronische Einspritzung, geregelter Katalysator,
Euro-2-Norm, sechs Gänge, Sitzhöhe 80 Zentimeter, Tankinhalt 22 Liter,
Reifen vorn 120/70 ZR 17, hinten 190/50 ZR 17, Leergewicht 255 Kilogramm,
Zuladung 180 Kilogramm, Höchstgeschwindigkeit 298 km/h, Verbrauch 8 Liter
Superbenzin auf 100 Kilometer, Jahresbeiträge bei der AXA-Versicherung KH:
181 Euro (SF 1, Zulassung Düsseldorf, 50 Mio. Euro pauschal mit
Schutzbrief), TK: 344 Euro (150 Euro Selbstbeteiligung), Grundpreis 13 995
Euro.
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