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Angriff auf die automobile Mittelklasse

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Von Markus Henrichs, mid 27. Dezember 2010 15:15 Uhr

Der neue Ford Mondeo

Angriff auf die automobile Mittelklasse

Bisher ist die automobile deutsche Mittelklasse vor allem in der Hand von VW Passat, Audi A4 und Mercedes C-Klasse gewesen. Absatzmäßig tonangebend in diesem Segment war das Modell der Stuttgarter mit zuletzt monatlich rund 8 500 abgesetzten Fahrzeugen. Laut KBA-Statistik trug somit mehr als jedes fünfte in dieser Klasse verkaufte Auto einen Stern auf dem Kühler. Aber auch die Wolfsburger haben gerade erst die Neuauflage ihres Erfolgsmodells Passat ins Rennen geschickt. Da will Ford, VWs ewiger Rivale, nicht hinten anstehen und intensiviert mit dem umfassend modellgepflegten Mondeo jetzt sein Buhlen um die Mittelklasse-Kundschaft.

 
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Mit seinem umfassend modellgepflegten Mondeo möchte Ford neue Käufersegmente in der automobilen Mittelklasse erschließen. Herzstück der neuen Mondeo-Produktlinie sind die neuen "Eco Boost"-Motoren. Die Fließheckversion des Mondeo weiß durch dynamischere Linienführung zu gefallen, was aber mit Abstrichen in Sachen Raumangebot einhergeht. Auch von hinten weiß der Kölner Mittleklässler zu gefallen. Der Kofferaum des Kombis verpackt maximal 1 740 Liter.
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Dem in der Branche um sich greifenden "Sparzwang" können und wollen sich dabei auch die Kölner nicht entziehen. Was bei VW unter dem Begriff "Blue Motion" firmiert, heißt bei Ford "Econetic". Erklärtes Ziel des Spritspar-Programms: die Reduzierung von Verbrauchs- und Schadstoffwerten.

Dies soll in erster Linie durch den Einsatz kleinerer, aber effizient aufgeladener Turbomotoren erreicht werden. Dazu gehören etwa der neue 176 kW/240 PS starke 2,0-Liter "EcoBoost"-Benziner, der auf einen Normverbrauch von 7,7 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer und einen CO2-Ausstoß von 179 g/km kommt. Sein bis zu 120 kW/163 PS leistendes 2,0-Liter-Selbstzünder-Pendant bringt es auf einen Normverbrauch von 5,3 Litern Diesel-Kraftstoff auf 100 Kilometer. Ergänzt wird die Selbstzünder-Palette von drei weiteren Direkteinspritzern, die ein Leistungsspektrum von 85 kW/115 PS bis 147 kW/200 PS abdecken. Sie sollen in der 2,0-Liter-Version unabhängig von der Leistungsstufe eine CO2-Bilanz von 139 g/km erreichen. Auf ähnlich passable Werte kommen auch die direkten Wettbewerber VW Passat (ab 4,2 l Diesel/100 km und 120 g CO2/km) und die für März 2011 erwartete modellgepflegte Mercedes C-Klasse (ab 4,9 l Diesel/100 km und 129 g/km).

Auf Augenhöhe mit den Wettbewerbern

Aber nicht nur in puncto Verbrauch, auch in Sachen Sicherheit bringt die Neuauflage den Kölner Mittelklässler mit den Wettbewerbern aus Wolfsburg und Stuttgart zumindest auf Augenhöhe. Neu an Bord beim Ford ist unter anderem ein Fahrspurassistent. Bei Abweichungen soll er den Fahrer per Vibrationsalarm warnen und per Lenkimpuls eine Kurskorrektur einleiten.

Ebenfalls dabei ist der Müdigkeitswarner. Er analysiert das Lenkverhalten und gleicht die von der Frontkamera erfassten Fahrbewegungen mit dem hinterlegten Profil ab und spricht bei Bedarf eine Pausenempfehlung aus. Der aus der C-Max-Familie bekannte, zuverlässig funktionierende Tote-Winkel-Assistent sowie Fernlicht- und Notbrems-Assistenten runden das mindestens 820 Euro Aufpreis kostende Sicherheitsaufgebot ab.

Ähnlich wie bei VW dient also auch hier die Mittelklasse als "Innovationsträger" für kommende Modelle anderer Klassen. Allerdings sind die Kölner mit ihrem an die Lichtmaschine gekoppelten Energie-Rückgewinnungssystem relativ spät dran. Dafür ist das neue Fahrer-Informationssystem "Eco-Mode" serienmäßig verbaut, das Schaltempfehlungen gibt. Besonders stolz sind die Kölner aber auf ihren variabel schließenden Kühlerlufteinlass. Die Idee dahinter ist simpel, aber klingt einleuchtend: Für einen optimierten Verbrennungsprozess soll die Stellung der Lufteinlässe sorgen. In der Kaltlaufphase machen sie beispielsweise die "Schotten dicht", um den Motor schneller auf optimale Betriebstemperatur zu bringen.

Mit weiteren 1,6-Liter-Eco-Boost-Motoren wollen die Kölner die Mittelklasse im Laufe der nächsten Jahre ordentlich aufmischen. Bei einem Einstiegspreis von 24 800 Euro für den Mondeo-Basisbenziner sicher kein auswegloses Unterfangen. Und das, obwohl Importeure wie Kia mit dem Optima und die seit jeher ein gewichtiges Wort mitsprechende Mercedes C-Klasse derzeit ebenfalls zum Angriff auf dieses wiedererstarkende Fahrzeugsegment blasen.


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