Anschnallen bietet nur dem "Durchschnitt" optimalen Schutz
Der Sicherheitsgurt ist im Auto Lebensretter Nummer 1, gefolgt vom Airbag. Aber beide müssen besser werden. Denn bei Frontkollisionen werden ältere Fahrzeuginsassen, Frauen sowie kleine und leichte Personen schwerer verletzt als andere.
„Daran ist die einseitige Auslegung der Gurtstraffer auf das Gewicht des Durchschnittsmenschen schuld. Die Folge: Wer mehr oder weniger wiegt oder kleiner ist, der wird schlechter geschützt“, sagt Volker Sandner, Leiter der ADAC-Crashanlage.
Der statistische Vergleich zwischen Männern und Frauen zeige ein 1,4-mal höheres Risiko für weibliche Autoinsassen. Der ADAC fordert deshalb von den Automobilherstellern, intelligentere Rückhaltesysteme anzubieten. Nur wenn Sicherheitsgurt und Airbag an die genaue Sitzposition und das Gewicht des jeweiligen Insassen angepasst seien, könnten sie im Ernstfall individuell reagieren.
Anders als beim Crashtest mit einem kompletten Auto, das mit durchschnittlich großen und schweren Messpuppen besetzt ist, müssten die Rückhaltesysteme auch mit solchen Dummys getestet werden, die den Personen der Risikogruppen entsprechen. Schon der demografische Wandel in unserer Gesellschaft, in der ältere Menschen einen immer größer werdenden Anteil stellen, nehme die Automobilhersteller in die Pflicht, so der ADAC.
Lösungen seien bereits auf den Weg gebracht. So habe beispielsweise ein Zulieferer bereits eine neue Generation von Gurtkraftbegrenzern vorgestellt, die sich je nach Ausrollzustand an den Insassen im Fahrzeug anpassen und die Rückhaltekräfte sinnvoll dosieren. Aus Kostengründen habe dieses Modell bisher aber in den Fahrzeugen noch keinen Einzug halten können.
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