Was für ein Typ(e)!
Für viele ist er noch heute der schönste Sportwagen der Welt: der Jaguar E-Type – ein urbritischer Racer, der erst spät mit komfortorientierten Varianten gezähmt wurde. 265 SAE-PS genügten dem ersten E-Type, um 1961 fast allen anderen Sportlern zu enteilen.
Am Nimbus der bis dahin schnellsten Katze kratzten nicht einmal ihre qualitativen Unzulänglichkeiten: Der E-Type mutierte in 14-jähriger Produktionszeit mit einer Auflage von 72529 Einheiten zum bis dahin meistgebauten Supersportler aller Zeiten, zuletzt mit mächtigem V12-Triebwerk. Da hatte sich der einst schlanke Zweisitzer längst zum schwergewichtigen Tourensportler entwickelt, ein Tribut, der dem wichtigsten Markt, den USA, gezollt wurde.
Die Basis für die Erfolgsgeschichte des E-Type wurde im Dezember 1956 gelegt. Damals beauftragte Jaguar-Chef William Lyons den Designer Malcolm Sayer mit der Entwicklung eines Nachfolgers für die alternden XK-Sportwagen. Mehr als bisher sollte die Katze ein tourentauglicher Rennwagen für die Straße sein und deshalb Komponenten des mit Lorbeer verwöhnten D-Type übernehmen.
Am 15. März 1961 war der große Tag gekommen: Auf dem Genfer Salon traf Testfahrer Bob Berry in letzter Minute mit einem metallicgrauen Coupé zur Premiere ein. Ein spektakulärer Coup, der die Standfestigkeit des neuen Monuments britischen Sportwagenbaus demonstrieren sollte und ebenso wie die Formen und Leistungswerte des E-Type in der Weltpresse für begeisterte Kommentare sorgte.
Dazu kam, dass der E-Type wie damals alle Jaguar relativ erschwinglich sein sollte und mit Preisen ab 25000 Mark für den Roadster und 26000 Mark für das Coupé nur die Hälfte eines vergleichbaren Supersportlers vom Schlag des Aston Martin DB4 oder Ferrari 250 GT kostete. Allerdings litten die teuren Konkurrenten auch nicht unter so vielen Verarbeitungsdefiziten wie die ersten E-Type.
Die Händler baten Jaguar händeringend um Serienautos, aber die Bänder liefen nur langsam an – schließlich hatte man nur 1000 Einheiten erwartet. Die über 72-fache Stückzahl sollte schließlich verkauft werden – dank der amerikanischen Kunden, die rund 75 Prozent der Produktion abnahmen und die weitere Entwicklung des bis dahin schnellsten Jaguars maßgeblich beeinflussten.
1966 kam ein 23 Zentimeter längeres und neun Zentimeter höheres 2+2 Coupé – vor allem für die USA. Durch größere Fensterflächen und längere Türen wurden die Linien des puristischen Sportlers zwar nachdrücklich verändert, gefällig und imposant blieb er aber dennoch.










