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Autor: Lothar Hausfeld 15. April 2011 10:00 Uhr

Gefahren: Mercedes E350 CDI Cabrio

Sturmfreie Bude

Osnabrück. Der Cabriofahrer an sich hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Früher fuhren Typen der Marke „Sturm und Drang“ ein Cabrio, heute soll die Frischluftzufuhr lieber zurückhaltend sein. Die offene Mercedes E-Klasse passt als komfortabler Reisebegleiter bestens zum modernen Cabrio-Typen.

 
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Eleganter Cruiser mit dezenter Frischluftzufuhr: das E-Klasse-Cabrio von Mercedes. Foto: Daimler Formvollendet: Mercedes hat mit dem offenen E-Modell einen zeitlosen Klassiker geschaffen. In 20 Sekunden ist die Stoffmütze vom Kopf gezogen - vollautomatisch und bis Tempo 40. Da kein schweres Stahl-Klappdach zu verstauen ist, gibt es am Heck keinen störenden Rucksack. Wenn das Stoffdach geschlossen ist, überzeugt das Cabrio durch eine angenehm leise Atmosphäre. Auch mit geschlossenem Dach macht das E-Klasse Cabrio eine gute Figur. Erst bei Tempo 250 wird der 3-Liter-V6-Diesel im getesteten 350 CDI abgeregelt. Vier vollwertige Plätze: Die offene Version der E-Klasse bietet ordentlich Platz. Ein Schal aus Luft: Das Extra "Airscarf" bläst aus der Kopfstütze warme Luft in den Nacken von Fahrer und Beifahrer. So kann man auch bei kalten Außentemperaturen das offene Fahren genießen. Der "Aircap" genannte Spoiler am Windschutzscheibenrahmen verhindert, dass Wind in den Innenraum gelangt. So wird das Cabrio zur sturmfreien Bude. Gewohnt hohe Qualität und Wohlfühlkomfort an Bord des offenen Mercedes.
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Mercedes-Benz versteht sein Mittelklasse-Cabrio als Auto für vier Jahreszeiten und vier Personen – trotz stilsicherer Stoffmütze taugt der offene Sternencruiser auch als Winterfahrzeug.

Und so punktet bei der offenen E-Klasse, die wir als E350-Dieselvariante mit 231 PS fuhren, vor allen Dingen der Komfort. Dank der bequemen Ledersitze (Aufpreis) und des sanft abgestimmten Fahrwerks jubelt der Rücken auch nach 800 Kilometern am Stück.

Ist das Stoffdach geschlossen, nimmt man die nahezu geräuschlose Außenkulisse erfreut zur Kenntnis – hier braucht niemand ein Klappdach, zumindest nicht aus Komfortgründen. Und mit Stoffmütze müssen sich die Designer auch nicht mit einem hässlichen Rucksack quälen, das Dach verschwindet vollautomatisch und bis 40 km/h im Kofferraum.

Kommt das Cabrio seiner eigentlichen Bestimmung nach, nämlich offen fahren, lässt sich fast stufenlos regulieren, wie sehr man den Wind genießen will: kräftige Brise oder laues Lüftchen? Die E-Klasse kann beides. Sind alle vier Seitenscheiben runter, kommt ganz klassisches Cabrio-Gefühl auf, inklusive heftig wehenden Haupthaars.

Ab dann geht’s häppchenweise rauf in Richtung windstill. Erst einmal: Scheiben hoch. Wer „Aircap“, ein Windschott am Windschutzscheibenrahmen, an Bord hat (821 Euro), fährt dieses aus, sodass der Fahrtwind weitestgehend über den Innenraum geleitet wird. Das ebenfalls zum „Aircap“ gehörende zweite Windschott kann ebenfalls per Knopfdruck zwischen den hinteren Sitzen hochgefahren werden, was die Frischluftzufuhr nochmals reduziert – so gibt’s eine sturmfreie Bude.

Wer friert, schaltet Klimaanlage (serienmäßig), Sitzheizung (404 Euro) oder den Warmluftspender „Airscarf“ (547 Euro) dazu, der den Nacken wärmt. Dermaßen kälte- und luftgeschützt sind selbst verdeckfreie Fahrten bei Tempo 220 oder Temperaturen um den Gefrierpunkt problemlos möglich – Hauptsache trocken.

Der Sechszylinder-Dieselmotor ist ein wahrer Gentleman, vorbildlich laufruhig und geschmeidig, kraftvoll im Antritt und dennoch einigermaßen zurückhaltend beim Verbrauch: Acht Liter waren es im Test.

Groß gewachsene Personen stoßen sich schon mal den Kopf, wenn das Dach geschlossen ist – immerhin tut das nicht weh. Die im E350 CDI serienmäßige 7G-Tronic-Automatik ist beim Anfahren oder bei spontanen Lastwechseln hin und wieder etwas träge.

Nein, Sturm und Drang, das passt nicht zur offenen E-Klasse. Aber wer ein komfortables Cabrio mit Platz und möglichst wenig wehenden Haaren will, der liegt hier absolut richtig.


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