Öffnen mit dem Fuß
Neckarsulm. Ein Freund übertriebener Zurückhaltung ist Audi-Chef Rupert Stadler nun wirklich nicht. Kein Superlativ ist ihm fremd, geht es um Marke und Modelle. Längst Bekanntes wird wiederholt: „Schöne Kombis heißen Avant“. Gemeint ist diesmal der Kombi vom A6, der im Herbst ab 40850 Euro als A6 Avant erwartet wird.
Wo im Ostteil Berlins dereinst der Palast der Republik im Mittelpunkt stand, enthüllte Audi jetzt in der noch im Bau befindlichen „Humboldt-Box“ den neuen Kombi zur Weltpremiere. Über Vorschusslorbeeren hat sich Stadler natürlich sehr gefreut. Doch statt des in der „FAZ“ vom Last- zum Lust-Esel gesteigerten Kompliments hätte Stadler den A6 Avant lieber als rassigen Vollblüter zitiert gelesen.
Dass Audi mit der Neuauflage des A6 Avant „ein Superwurf“ gelungen ist, nimmt man dem Technik-Entwicklungschef Michael Dick spontan ab. Längst nicht nur wegen der Flying Steps, was zu Deutsch meint: die Heckklappe mit wedelndem Fuß unterm hinteren Stoßgänger bequem öffnen, sollten mal die Hände mit Einkaufstüten von Boss bis Vuitton belegt sein.
Der A6 Avant vereint wie schon sein erstgeborener Bruder A6 Limousine alles Feine, was sich technisch, optisch und beim Komfort denken lässt. Gleich um 70 Kilo abgespeckt hat der schöne Kombi noch dazu. Zwar werden in der Businessklasse Kombis im Stile eleganter Coupés immer schöner, doch Laderaum ist schon noch gefragt. Auch da lässt sich der A6 Avant nicht lumpen mit Laderaumvolumen von 565 bis 1680 Litern. Zum Vergleich: Das E-Klasse T-Modell von Mercedes schluckt 1950 Liter.
Der Laderaum ist nicht nur luxuriös und praxistauglich eingerichtet. Seine Nutzung wird – lobenswert – erleichtert, etwa durch Verzurrösen, Befestigungsgurte, Haken für Taschen, Fixiersystem für Schienen, doppelter Ladeboden und Schutzwanne. Was beim besten Willen nicht mehr hinten reinpasst, findet im Dachkoffer Platz, gehalten von der edel glänzenden Dachreling. Wer Reitpferd oder Bootstrailer mitnehmen will, darf gut zwei Tonnen an den Haken nehmen.
Der A6 Avant ist ein bisschen kürzer als sein Vorgänger, hat aber, was wichtiger ist, acht Zentimeter mehr Radstand. Das ist vorteilhaft für die Proportionen des Innenraums, auch zeigt der lange Laster mehr Charakter und Fahrdynamik.
Audi schickt den neuen A6 Avant mit sechs Motoren ins Rennen, zwei Benziner und vier Diesel von 177 bis 313 PS. Start-Stopp-Funktion ist serienmäßig wie auch die sogenannte Rekuperationsbremse, die mit der beim Bremsen gewonnenen Energie die Batterie nachlädt. Alles dient allein dem Ziel: Der neue Audi A6 Avant verbraucht bis zu 20 Prozent weniger Sprit.
Auch bei Multimedia ist Audi der Konkurrenz voraus: Audi connect bringt volle Anbindung ans Internet. Mit Google wurden spezielle Online-Services gestrickt, ein WLAN-Hotspot macht freies Surfen und Mailen im Auto möglich. Und wen beim engen Einparken gelegentlich Verzweiflung befällt, dem hilft Audi mit der neuen Einparkhilfe plus. Vier kleine Kameras nehmen Bilder von der unmittelbaren Umgebung auf, weshalb sich selbst der kleinste Rempler leicht vermeiden lässt.
Mehr Audi











23.05.2011
