Me(h)riva(n)
Osnabrück. Viel Platz auf wenig Raum – das ist das Konzept, das sich in Zukunft immer mehr durchsetzen wird. Keine Zukunftssorgen muss sich der Opel Meriva machen: Der kleine Van nutzt seine geringen Abmessungen im Innenraum bestens aus, wie wir im Test der 130-PS-Diesel-Variante erleben konnten.
Der Meriva der zweiten Generation kommt gefällig daher, bietet an der hinteren Seitenscheibe einen ungewöhnlichen Knick in der Linie, damit die Kleinen besser aus dem Fenster schauen können. Und für Familien mit kleinem Nachwuchs ist der Meriva eine hochinteressante Alternative.
Sie sitzen viel im Auto? Dann haben Sie 390 Euro noch nie so gut angelegt wie für den Ergonomiesitz im Opel Meriva (für den Beifahrersitz wären weitere 295 Euro fällig). Der ist durch die Aktion Gesunder Rücken ausgezeichnet, bietet schlichtweg perfekten Sitzkomfort. Selbst die Oberschenkelauflage ist verlängerbar – das gibt‘s sonst nur in der Oberklasse. Und eine höhere Sitzposition gibt‘s noch obendrauf, das steigert die Übersicht.
Ansonsten ist der Meriva ein echter „Mehr“-Van: Die hinteren Sitze lassen sich in verschiedene Richtungen verschieben oder wegklappen; der Weg vom 1500-Liter-Transporter zum Drei-, Vier- oder Fünfsitzer ist ohne Hindernisse begehbar.
Der Kofferraumboden ist zweifach in der Höhe verstellbar, wenn die hinteren Sitze umgeklappt sind („FlexSpace“), entsteht eine stufenlose Ladefläche. Ablagen gibt es ohne Ende. Ab der Ausstattung „Design Edition“ ist die feine „FlexRail“-Mittelkonsole an Bord, die Platz auch für große Flaschen oder Taschen bietet und ansonsten als verschiebbare Mittelarmlehne dient.
Der stärkste Diesel der Palette ist durchzugsstark, sodass man ihm das ganz leise Nageln durchaus verzeihen mag. Der 1,7 Liter große Vierzylinder treibt den Meriva mit Anlauf auf knapp 200 km/h, der günstig platzierte Schaltknüppel führt sauber durch die sechs Fahrstufen, und das Fahrwerk verzeiht auch die Nachwirkungen des deutschen Winters. Dank der kompakten Abmessungen ist der Umgang mit dem Meriva in der Stadt oder im Parkhaus unproblematisch.
Auch nach zwei Wochen ist uns das Konzept mit den gegenläufig anschlagenden Türen nicht in Fleisch und Blut übergegangen: Der Nachwuchs versuchte von innen, die Tür an der falschen Seite aufzudrücken, man selbst griff von außen ins Leere. Auch beim Kinderanschnallen oder -aus-dem-Fahrzeug-Heben blieben keine nennenswerten Vorteile im Gedächtnis. Im Innenraum herrscht ein überbordender Tasten-Wahnsinn; und trotz der ansprechenden Materialien im Innenraum überfiel uns doch stets ein leichtes Unwohlsein: Der Farbmix im Armaturenbrett aus Schokoladenbraun und Babyblau war für uns eher optischer EHEC-Erreger als Hingucker.
Mehr Van als im Meriva geht kaum, zumindest in der Größe. Qualität, Design, Flexibilität – in diesen Disziplinen lässt der Rüsselsheimer die Konkurrenz ganz schön alt aussehen.
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23.05.2011
