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Der Vogel & die Raubkatze
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17. Juni 2011 11:00 Uhr

Jürgen Vogel im Jaguar E-Type: Charaktertypen unter sich

Der Vogel & die Raubkatze

Hamburg. Unglaublich, was am Schlossplatz in Winsen an der Luhe, am Kobergplatz in Lübeck oder am Marktplatz in Templin abgeht, sobald die beiden auftauchen: Schauspieler Jürgen Vogel, der in Filmen wie Keinohrhasen oder Die Welle Sympathiepunkte gesammelt hat, und der legendäre Jaguar E-Type, seit seiner Weltpremiere 1961 für viele Auto-Enthusiasten und sogar für Enzo Ferrari das schönste Auto der Welt.

 
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Entspannt und gut gelaunt: Jürgen Vogel im Jaguar E-Type. Foto: Ralf Schütze Lang gestreckte Schönheit: der offene Jaguar E-Type.
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Jürgen und der Jag , wie Insider auf Englisch schwärmerisch sagen, gehörten zu den großen Stars der Klassiker-Rallye Hamburg–Berlin 2011. „Der E-Type war das erste Auto, das ich mir als Zehnjähriger aus der Zeitung ausgeschnitten und an die Wand geklebt habe“, schwärmt der Schauspieler über sein Faible für die Raubkatze.

Der feuerrote Jaguar E-Type Roadster Baujahr 1961, mit dem Jürgen Vogel die 700 Kilometer in Angriff nimmt, gehört zu den ältesten Exemplaren des in diesem Jahr 50 Jahre alt gewordenen Sportwagen-Klassikers. Unter der sinnlich langen Haube röhrt sonor ein 3,8-Liter-Reihensechszylinder mit satten 265 PS. Er passt so recht zum kumpelhaften, unkomplizierten Jürgen Vogel, der mit Engelsgeduld unzählige Fotos, Programmhefte und T-Shirts signiert oder für gemeinsame Porträts mit den Fans grinsend stillhält.

Am Ende landet Vogel auf Platz 94 und gewinnt somit die interne Wertung vor Regisseur Sönke Wortmann im Range Rover. Ein standesgemäßes Resultat im E-Type, der seit 1996 als eines von ganz wenigen Automobilen dauerhaft das New Yorker Museum of Modern Art bereichert. Über 72500 Exemplare des Langschnauzers wurden von 1961 bis 1975 gebaut, davon mit 33996 die Mehrheit als Roadster.

Vogel fährt den Roadster genüsslich offen, sooft es die norddeutschen Wetterkapriolen zwischen Hanse- und Hauptstadt zulassen. Im Blick immer den Straßenverlauf zwischen zwei Wertungsprüfungen mit der schier endlosen Motorhaube im Vordergrund. Wenn’s um Punkte geht, ist das Wahrzeichen des Jag laut Vogel geradezu unpraktisch: Mit der schönen, langen Schnauze sind wir ein wenig im Nachteil: Man kann schwer abschätzen, wann man genau durch die Lichtschranken der Zeitnahme fährt. Aber Vogel nimmt’s gelassen: Bei so viel Schönheit muss man auch irgendwelche Nachteile in Kauf nehmen.

Die Tücken der Schönheit bekommt der Charaktertyp Tag für Tag besser in den Griff bis hin zum kniffligen Einlegen des dritten von vier Gängen, der besonderes Fingerspitzengefühl verlangt. Auch das Einlegen des ersten Gangs, ohne in den Rückwärtsgang zu rutschen und so für Lacher zu sorgen, beherrscht Vogel lange vor dem Ziel der Rallye Hamburg–Berlin perfekt. Das ist auch gut so angesichts der mit jeder Etappe extremeren Vogel-Manie am Straßenrand. Der Vogel und die Raubkatze – eine Kombination, die Fans zahlreicher Klassik-Rallyes in Zukunft genießen können. Und das wird auch nach 51 Jahren E-Type nicht anders sein.




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