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Der Sitz-Riese
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Autor: Lothar Hausfeld 25. Juni 2011 11:58 Uhr

Gefahren: Opel Astra Sports Tourer

Der Sitz-Riese

Osnabrück. Seit Jahren, ach was, Jahrzehnten, versucht Opel, den VW Golf vom Thron der Kompaktklasse zu stoßen. Was Kadett und Astra Limousine nicht schafften, hat der Astra Sports Tourer Anfang des Jahres hinbekommen: Der Kombi verkauft sich besser als der Wolfsburger Konkurrent. Wir haben nach den Gründen geforscht – im 1.4-Turbo-Tourer mit 140 PS.

 
Hübscher Kombi für die Flotte und die Familie: Der Opel Astra Sports Tourer überzeugt nicht nur optisch. Foto: Opel  Vergrößern
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Wenn man rein äußerlich Golf Variant und Astra Sports Tourer vergleicht, kann man verstehen, warum sich mehr Kunden für den Kombi mit dem Blitz entscheiden: Flotter und ansehnlicher ist er im Vergleich zu Golf – vielleicht ist er sogar das schönste aktuelle Opel-Modell.

Doch die schönste Hülle nützt nur wenig, wenn die inneren Werte nicht stimmen. Doch auch hier punktet der Rüsselsheimer Golfschläger mit spielerischer Leichtigkeit. Zwar ist angesichts der immensen Länge – mit 4,70 Metern ist er der Kompaktklasse eigentlich schon entwachsen – der Platz auf den hinteren Sitzen und im Kofferraum nicht mehr als befriedigend, doch lassen sich die Beine auch in der zweiten Reihe ganz ordentlich verstauen, lässt sich der Kofferraum dank klarer Linien ohne störende Kanten raumgreifend befüllen.

Apropos Kofferraum: Eine stabile und dennoch leicht zu öffnende Kofferraumabdeckung (nicht in der Basisausstattung), zwei perfekte Griffe rechts und links zum Zuziehen, Taschenhaken, ein Zusatzfach unter dem Boden sowie vom Kofferraum aus per Taster umzulegende Rücksitze (Serie ab „Sport“) lassen das Gepäckabteil des Sports Tourers in hellstem Glanz erstrahlen.

Der Ergonomiesitz (395 Euro) ist wie beim Meriva (siehe Ausgabe vom 11. Juni) mit das Beste, was es heutzutage an Gestühl gibt: straff, lange Oberschenkelauflage, exakt an die eigenen Bedürfnisse anpassbar. Ein echter Sitz-Riese. Ebenfalls erste Liga: das Fahrwerk, erst recht, wenn das FlexRide-Sicherheitsfahrwerk für 980 Euro geordert wurde. Dann lässt sich per Tastendruck eine besonders sportliche oder komfortbetonte Abstimmung wählen – je nachdem, ob eine Autobahntour mit der Familie oder eine sportliche Kurvenfahrt auf dem Programm steht. Letztere ist dank der beeindruckend präzisen Lenkung ohnehin zu empfehlen.

Der 1,4 Liter große Turbomotor geht in niedrigen Gängen noch relativ entschlossen zur Sache, doch im fünften und sechsten Gang geht nichts mehr. Überholvorgänge sollten genau geplant werden, das dafür nötige Runterschalten treibt den Verbrauch in die Höhe. Drei Liter über dem angegebenen Durchschnitt von 6,1 Litern je 100 Kilometer sprechen im Test eine eindeutige Sprache. Also lieber gleiten.

Bei Opel sind sie richtig stolz auf ihren Astra Sports Tourer, der auch im Test in fast allen Bereichen überzeugt. Nur der Turbo ist verbesserungswürdig – aber angesichts der 14 verschiedenen Motor-/Getriebe-Varianten sollte hier genügend Potenzial vorhanden sein, um mit dem ersten Golfschläger einen echten „Hole in one“ hinzulegen.

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