Der vornehme Bruder des Tiguan
SP-X Ingolstadt. Nun ist das Trio komplett: Mit dem neuen kompakten Q3 stellt Audi dem wuchtigen Q7 und dem mittelgroßen Q5 ein kleineres Modell zur Seite. So vervollständigen die Ingolstädter ihr Angebot in dem aktuell am schnellsten wachsenden SUV-Marktsegment.
Zwischen Januar und Mai wurden in Deutschland rund 178000 SUV zugelassen, wobei die meisten Modelle (77 Prozent) der kompakten Klasse angehören. Daher ist es nur logisch, dass die Audi-Marketingexperten Deutschland zum wichtigsten Einzelmarkt für das jüngste Modell ausgerufen haben. Rund ein Fünftel der ab 29900 Euro erhältlichen Q3 sollen in Deutschland abgesetzt werden.
Der jüngste Audi ist auf den ersten Blick als Ingolstädter zu erkennen, auch wenn er technisch eng mit dem VW Tiguan verwandt ist. Alle für die Marke typischen Designelemente – vom wuchtigen Single-Frame-Kühlergrill bis zur seitlichen „Tornado-Line“ – wurden von den größeren Modellen übernommen. Gebaut wird der Wagen im spanischen Seat-Werk bei Barcelona, wo das Unternehmen 250 Millionen Euro investierte. Das coupéhafte Design mit der früh nach hinten absinkenden Dachlinie wirkt auf den ersten Blick weniger wie das eines SUV, sondern eher wie für einen zu groß geratener A1. Die meisten Q3 werden wohl nie abseits geteerter Straßen rollen, daher besitzt die Basisversion, wie in diesem Segment üblich, serienmäßig Frontantrieb, der für den Alltag vollkommen ausreicht.
Mit einer Länge von 4,38 Metern ist der Q3 angenehm kompakt, allerdings bietet er im Innenraum dank eines Radstands von 2,60 Meter großzügige Platzverhältnisse für vier Personen. Zugelassen ist er für fünf, doch dann wird es eng. Der Kofferraum fasst zwischen 460 und 1365 Liter, wobei die Ladekante etwas hoch geraten ist, und für weiteren Transportbedarf wartet die serienmäßige Dachreling auf entsprechende Bestückung. Gegen Aufpreis lässt sich der Beifahrersitz nach vorne klappen, um Sperriges im Innenraum zu verstauen. Dank des klassenbesten cW-Wertes von 0,32 herrscht im eher nüchtern geratenen Innenraum (der sich allerdings dank der umfangreichen Aufpreisliste individualisieren lässt) angenehme Ruhe.
Auch im Kapitel Gewicht rollt der Audi auf neuen Gleisen. In der Basisversion, die erst später zu den Händlern kommt, wiegt der Q3 dank des Einsatzes von hochfesten Stählen und Aluminium für Motorhaube und Heckklappe nur 1445 Kilogramm. Der Materialmix im Innenraum macht einen hochwertigen Eindruck, und es gibt keine lästigen Geräusche, die auf mögliche Schwachstellen hinweisen könnten.
Das aufwendige Fahrwerk mit Vierlenkerhinterachse meistert fast alle Situationen souverän. Das vollkommen neu entwickelte Antischleuderprogramm ESP bietet zusätzlichen Schutz. So verhindert die sogenannte Roll-over-Prevention, auf Deutsch „Überschlagsverhinderung“, bei extremen Fahrmanövern ein mögliches Abheben der inneren Räder. Eine Trockenbremsfunktion säubert die Bremsscheiben in regelmäßigen Abständen, um so ein Fading bei Nässe zu verhindern. Daneben liefert Audi jede Menge Assistenzsysteme wie Tempomat, Einparkhilfe, Spurhalte- und Spurwechselassistent gegen Aufpreis.
Ansprechen soll der neue Q3 vor allem drei Zielgruppen: Jüngere Singles (meistens männlich), junge Paare und Familien sowie die sogenannten Best Ager, die vor allem die hohe Sitzposition schätzen. Am Ende bleiben da nur wenige Zeitgenossen, für die der neue kompakte Audi nicht infrage kommt. Vorausgesetzt, sie sind mit den entsprechenden finanziellen Mitteln gesegnet. Der Q3 rollt in ein dicht besetztes Marktsegment, in dem Modelle wie der Toyota RAV4, BMW X1, Volkswagen Tiguan und demnächst auch der Land Rover Evoque um Kunden werben.
Seit Anfang Juni kann der Q3 bestellt werden, die Preisliste beginnt bei 29900 Euro für den Fronttriebler mit einem 140 PS starken Zweiliter-Diesel, der einen kombinierten Verbrauch von 5,2 Litern erreichen soll. Der 2,0 TDI quattro mit 177 PS kostet schon 36800 Euro. Bei den Benzinern sorgt der bewährte 2,0-Liter TFSI mit Turbounterstützung für Vortrieb. Dabei schlägt die 170 PS starke Version, die auf einen kombinierten Normverbrauch von 7,3 Litern kommt, mit 31500 Euro zu Buche. Für die 211 PS starke Variante (Verbrauch: 7,7 Liter) verlangt Audi 36800 Euro. Ein 2,5-Liter-Fünfzylinder mit über 300 PS soll dann im kommenden Jahr auf den Markt kommen.
Mehr Audi












