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Der Wuchtzwerg: Audi A1
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1884
Autor: Lothar Hausfeld 04. Juli 2011 19:57 Uhr

185 PS und eine lange Preisliste

Der Wuchtzwerg: Audi A1

Osnabrück. Er ist mit großen, fast schon unerfüllbaren Erwartungen gestartet: Der A1 sollte für Audi ganz neue Käuferschichten erschließen. Der ganz große Erfolg ist der kleinste Audi bislang nicht geworden. Nach zwei Wochen im 185 PS starken A1 1.4 TFSI hätten wir eigentlich rätseln müssen, warum das so ist. Wenn wir nicht die Preisliste gekannt hätten.

 
Böser Blick, typisches Audi-Gesicht: Der kleinste Vierringträger macht optisch einen auf dicke Hose. Foto: Audi  Vergrößern
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Der A1 ist technisch so etwas wie ein gepimpter Polo, bietet dessen Abmessungen und Platzverhältnisse, ist aber mit dem Singleframe-Grill gleich als Audi erkennbar. Und die Form ist deutlich coupéhafter als beim Polo, sportlicher, dynamischer.

185 PS aus 1,4 Liter Hubraum – wer hätte noch vor fünf Jahren gedacht, dass so etwas funktioniert? Der kompressor- und turbogeladene Motor schiebt den Wuchtzwerg nahezu ohne Turboloch an, braucht nicht einmal sieben Sekunden, um ihn auf Tempo 100 zu katapultieren. Das tut er mit einem durchaus hörenswerten Knurren.

Das serienmäßige siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe hält sich dezent zurück, wechselt heimlich, still und leise die Fahrstufen im Hintergrund. Bei einer zurückhaltenden Fahrweise sind Verbräuche möglich, die zumindest in die Nähe der versprochenen 5,9 Liter rücken. Auf Fahrstufe „S“ geht es entsprechend sportlicher zu, die Gänge werden weitaus höher ausgefahren. Dann allerdings rauschen die Durchschnittswerte im Bordcomputer nach oben.

Dabei braucht es im Grunde genommen gar nicht der Sport-Einstellung: Auch im Alltags-Modus folgt der A1 willig und federleicht jeder Kurve, lenkt präzise ein, hält stabil die Spur und rubbelt nur auf regennasser Fahrbahn und bei zu fest gedrücktem Gaspedal mit den Vorderreifen über die Straße. Insgesamt macht der A1 mächtig viel Spaß.

Verarbeitung im Innenraum, Materialien, Design- und Komfortsteigerungselemente – in all diesen Disziplinen setzt Audi Maßstäbe bei den Kleinwagen. Allerdings hat das seinen Preis.

Die Sportsitze (575 Euro) passen zwar ganz hervorragend zum Fahrzeugkonzept, bieten üppigen Seitenhalt und schlagen bei groben Schlaglöchern jovial grinsend auf den Rücken ein, haben aber einen entscheidenden Nachteil: Die Kopfstützen sind in der Höhe nicht verstellbar, was ein echter Minuspunkt bei der Sicherheit ist.

24250 Euro kostet der A1 1.4 TFSI. Mindestens. Im Handschuhfach unseres Test-A1 lag eine Liste der verbauten Sonderausstattungen, die wir spazieren fuhren. Klimaautomatik: 350 Euro. Elektrisch einstellbare Außenspiegel: 100 Euro. Zigarettenanzünder: 15 Euro. Navigation: 1160 Euro. Und so weiter. Und so weiter. Nachdem unsere Augen gaaaaaanz weit nach unten, über insgesamt 25 Aufschläge bringende Positionen gewandert waren, stand unter dem Strich: 32684,98 Euro. Für einen Kleinwagen. Dafür bekäme man auch einen bestens ausgestatteten VW Golf GTI. Oder vier Dacia Logan Kombi. Oder einen Audi A5. Oder...ach, was soll‘s: vielleicht gibt es ja Menschen, die genau so einen Kleinwagen mit Krawumm wünschen. Immerhin: Der günstigste A1 mit 86 PS kostet „nur“ 15800 Euro.

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