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„Es war Liebe auf den ersten Blick“
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Autor: Anja Polaszewski 12. August 2011 16:18 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Werner Bokel aus Quakenbrück fährt einen Austin Big Seven

„Es war Liebe auf den ersten Blick“

QUAKENBRÜCK. „Jedes Auto in Neuseeland hat einen eigenen weiblichen Vornamen“, erzählt Werner Bokel. „Unser Oldtimer heißt Mathilda.“

 
Werner Bokel aus Quakenbrück in seinem schmucken blauen Austin Big Seven.  Vergrößern
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Der sympathische Rentner aus Quakenbrück lächelt verschmitzt. 1992 hat er sich gemeinsam mit seiner Frau Ilse in Neuseeland den schmucken Austin Big Seven gekauft. „Unsere Tochter lebt dort“, erklärt Werner Bokel. „Ihr Mann ist Arzt, und einer seiner Bekannten hatte den Oldtimer in der Garage stehen. Er war voller Staub, und die Hühner hüpften darauf herum. Er war auch nicht fahrtauglich“, berichtet der 79-Jährige, dem man sein Alter überhaupt nicht ansieht.

Seine Augen leuchten. „Es war Liebe auf den ersten Blick. Wir haben sofort die Überfahrt organisiert.“ Anschließend wurde der Wagen neu lackiert, das strahlende Blau erneuert, und es wurden Blinklichter vorn und hinten installiert. „Das muss sein. Sicherheit geht vor. Ansonsten ist der Wagen zu etwa 97 Prozent in seinem originalen Zustand“, sagt Werner Bokel.

Das Ehepaar erzählt von den Touren, die es bereits mit ihrem Oldtimer gemacht hat. Es waren unzählige – in ganz Deutschland waren sie damit unterwegs. „Wir haben den Wagen allerdings immer nur auf dem Anhänger mitgenommen. Sonst wären wir wohl nie an unser Ziel gekommen“, so Werner Bokel. Denn der Wagen hat nur17 PS. Er ist wahrlich keine Rennmaschine, „sondern vielmehr ein Liebhaberstück, mit dem wir Kaffeetrinken fahren.“

Am Sonntag, 7. August, sind die Bokels beim Oldtimertreffen in Badbergen dabei, das der Oltimer-Veteranenclub Artland veranstaltet. Werner Bokel ist dort Kassierer und zuständig für Steuerfragen. Und dann berichten die Eheleute von Neuseeland – von den Sitten und Bräuchen und vom respektvollen Umgang der Menschen miteinander. „Wir haben dort immer wieder ganz tolle Zeiten“, sagt Ilse Bokel und schaut ein bisschen verträumt, den Kopf in die Hände gestützt. Möchte das Ehepaar denn eines Tages vielleicht sogar nach Neuseeland übersiedeln? „Nein, das können wir uns in unserem Alter nicht mehr vorstellen“, sagt Ilse Bokel. „Obwohl wir ja unseren Enkeln zuliebe so manche waghalsige Aktion mitgemacht haben.“ Sie lacht herzhaft, dann erzählt sie vom Wingsuit-Fliegen. Zu alt? Nein, das glaubt man der blonden Hobbymalerin nun wirklich nicht.




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