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Autor: Ulrich Hanser 19. August 2011 12:26 Uhr

Weltpremiere: Das E-Mobil i3 soll 2013 auf den Markt kommen

BMW unter Strom

Frankfurt. Auch die Konkurrenz hat BMW überrascht: Wenige Wochen vor der IAA zeigen die Bayern in Halle 11 des Frankfurter Messegeländes schon mal Flagge. Als wäre schon IAA. Im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit standen das E-Mobil i3 und der Hybrid-Sportler i8, beides als sehr seriennahe Conceptcars.

 
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Nahezu euphorisch präsentierte BMW-Chef Norbert Reithofer den i3 (links) mit reinem Elektroantrieb, rechts den Hybrid-Sportwagen i8. Beide werden zum Serienstart 2013 noch optisch verändert. Fotos: BMW 200 Liter passen in den Kofferraum des i3 (unten links). Das i3-Cockpit (oben) wird sich 2013 noch verändert haben. Statusabfragen, etwa Reichweite oder Restaurant-Suche per iPhone (kleines Bild oben), wird kommen.
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Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) Mitte September zeigt BMW das Leichtbau-Konzept mit einer Karosserie aus kohlenfaserverstärktem Kunststoff. Leichtbau heißt die Zukunft im Automobilbau, obwohl die Ingenieure schon bisher um jedes Kilo kämpfen mussten. Der i3 ist 3,85 Meter lang, üppige zwei Meter breit, 1,54 Meter hoch, wiegt 1225 Kilogramm. Vier Erwachsene finden gut Platz, Einstieg durch gegenläufig angeschlagene vier Türen. Schon 2013 soll der i3 auf die Straßen rollen, bis dahin sind es kaum noch zwei Jahre.

Spätestens dann werden wir wissen, was der hübsch gestylte i3 kosten wird. Kann man ihn kaufen, oder wird er zunächst verleast? Wer heute schon voller Vorfreude den Kuli für den Kaufvertrag zückt, muss sich wohl auf einen Kaufpreis nahe 40000 Euro einrichten. Vielleicht aber hilft Frau Merkel beim Bezahlen ja doch noch, mit einem Zuschuss für reine Elektroautos von zum Beispiel 5000 Euro. Wir können davon ausgehen, dass eine derartige Entscheidung Entwickler und Kaufleute nicht nur im Hause BMW beflügeln wird.

Die Markenwelt des BMW i soll Fahrzeuge und Services umfassen, die seit 2007 entwickelt werden. BMW will damit auf Kundenbedürfnisse reagieren. Die Nachfrage nach alternativen Antriebsformen wie Elektroantrieb oder Hybriden nimmt zu. In Megastädten suchen viele Menschen nach Angeboten, die die Vorteile verschiedener Mobilitätsformen intelligent kombinieren.

Der BMW i3 wird das erste rein elektrisch angetriebene Serienautomobil der BMW Group für das urbane Umfeld sein. Der Supersportler i8 basiert auf der Konzeptstudie BMW Vision EfficientDynamics, vereint mit seinem Plug-in-Hybridantrieb die Fahrleistungen eines Hochleistungssportlers mit dem Verbrauch und dem Emissionsniveau eines Kleinwagens.

Beide im BMW-Werk Leipzig montierten Fahrzeuge basieren auf einem revolutionären Konstruktionsprinzip, der LifeDrive-Architektur. Ein Chassis aus Aluminium beherbergt jeweils den Antriebsstrang, die aufgesetzte Fahrgastzelle besteht in beiden Autos aus hochfestem, aber extrem leichtem kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Der i3 ist das erste Elektroauto der Bayern, zudem das erste Großserienauto mit Verwendung von mehr CFK, als bisher möglich war. Auch begründet der i3 als erstes Modell die neue Submarke BMW i.

„Beide Fahrzeuge wurden maßgeschneidert für ihre alternativen Antriebe. Durch innovative Architektur und Einsatz von CFK kompensieren wir das Mehrgewicht der Batterien praktisch vollständig. Für unsere Kunden bedeutet das: überlegene Fahrdynamik bei deutlich erhöhter elektrischer Reichweite“, begeistert sich Entwicklungschef Klaus Draeger.

Auch Bundesverkehrsminister und bekennender BMW-Fan Peter Ramsauer macht aus seiner Vorliebe für die weiß-blaue Marke keinen Hehl. Immerhin mit Blick auf die heimischen Hersteller: „Ich bin stolz auf die deutsche Autoindustrie, die jetzt endlich auch ihre führende Rolle bei Elektroautos finden wird.“ Das Ziel, so der Minister, müsse sein, in Deutschland „auch die besten Elektroautos weltweit zu produzieren“.

Der i3, dem im selben Jahr der i8 folgen soll, kommt mit einem ungewöhnlichen und attraktiven Design daher. Dieses Auto ist kein Kleinwagen und nicht allein auf den Cityverkehr begrenzt. BMW verspricht zum Marktstart eine Reichweite von 160 Kilometern, vernünftige Fahrweise vorausgesetzt. Dann erst muss der i3 für sechs Stunden an die Steckdose in der heimischen Garage. Oder aber eine der zunehmend verfügbaren Schnell-Lade-Stationen lädt die Akkus binnen Stundenfrist schon mal auf 80 Prozent der Leistungsfähigkeit nach.

Die Lithium-Ionen-Batterien finden Platz im Wagenboden. Fahrer und Passagiere sitzen deshalb erhöht, als wäre der i3 ein kleiner Van. Auch wenn das Serienmodell nicht so viel Glas tragen wird wie die jetzt präsentierten Konzeptstudien, eine gute Rundumsicht ist auf jeden Fall gegeben. Das Cockpit ist ebenso neu wie das gesamte Fahrzeugkonzept. Schaltknüppel und Handbremshebel sucht man vergebens. Mit einem iDrive-Knopf werden die meisten Funktionen auf dem Bildschirm gesteuert. Gangwahl per Schalter, Tasten im Lenkrad, Schalter für Licht und Blinker – das war’s dann schon.

Der immerhin 170 PS starke und von BMW eigenständig produzierte Elektromotor des i3 soll mit einem maximalen Drehmoment von 250 Newtonmetern ein ausgesprochen starkes Spurtvermögen bescheren. BMW-Chef Norbert Reithofer verspricht denn auch Tempo 60 nach nur 3,9 Sekunden, 100 km/h nach 7,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird auf 150 km/h begrenzt. Mehr wäre für das Ziel nachhaltiger Ressourcenschonung auch nicht mehr vertretbar. Immerhin wollen die Bayern Fahrspaß und Fahrdynamik auch bei den „Elektrischen“ nicht vernachlässigen.

Zwischen den Modellen i3 und i8 bleibt noch viel Platz für weitere Modellreihen, deutet Reithofer an. Daraus dürfen wir schließen, dass BMW es ernst meint mit seiner neuen Submarke i. Vorläufiges Topmodell wird in gut zwei Jahren der Sportwagen i8, bei dem ein Dreizylinder-Benzinmotor und ein Elektromotor zusammen 354 PS mobilisieren.

Der i8 soll in nur 4,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 spurten. Den Normverbrauch, der in der Praxis zweifellos höher ausfallen wird, beziffert BMW auf 2,7 Liter.

Wie Audi in der Nordsee plant, will auch BMW demnächst eigene Windräder zur Stromerzeugung finanzieren, am Standort Leipzig. Tatsächlich, wir fahren in eine neue Autowelt.

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