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Wie Audi mit raffinierter Technik weiter Sprit und CO2 sparen will
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Autor: Ulrich Hanser 14. Oktober 2011 15:09 Uhr

Zylinder auf Anfrage

Wie Audi mit raffinierter Technik weiter Sprit und CO2 sparen will

Ingolstadt. An Elektro- und Hybridautos führt kein Weg vorbei. Zugleich sehen Motorenspezialisten hierzulande viele Möglichkeiten, den traditionellen Benzin- und Dieselmotoren noch mehr Sparsamkeit beizubringen. Ein Weg ist die Zylinderabschaltung.

 
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Michael Dick (r., Audi-Entwicklungschef) im Interview: Weitere Verbrauchsreduzierung ist möglich. Foto: Hanser Der TFSI unter der eindrucksvollen Haube. Foto: Audi
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Audi will mit dieser Technik den Verbrauch messbar senken. Entwicklungschef Michael Dick: „Unsere Motoren werden immer kraftvoller, aber eben auch effizienter.“ Der Achtzylinder 4.0 TFSI, der Anfang 2012 im Audi S6, S6 Avant, S7 Sportback und S8 kommen soll, hat die neue Technologie an Bord. Audi nennt das Prinzip „cylinder on demand“ – Zylinder auf Anfrage.

Im Teillastbereich schaltet der Biturbo-V8 vier Zylinder ab, dadurch sinkt sein Normverbrauch um rund fünf Prozent, was zugleich zehn bis zwölf Gramm weniger CO2-Ausstoß pro Kilometer bedeutet. Bezieht man das bei den S-Modellen von Audi eingesetzte Start-Stopp-System mit ein, das den Motor im Stillstand abschaltet, beträgt die Einsparung bis 24 Gramm CO2 pro Kilometer.

Eine Verschlechterung der geschmeidigen Akustik des Achtzylinders ist nicht zu befürchten, bei Testläufen im Stand jedenfalls hörten wir keinen Unterschied. Akustik-Spezialist Jürgen Bukovics verweist auf „Schwingungsanregungen“, mit denen man die bei vier Zylindern mögliche Unruhe in den Griff bekommen habe. Als Gegenmittel haben sich zwei Highend-Audi-Technologien bewährt: die Active noise control (ANC) und die aktiven Motorlager.

ANC zeichnet das Geräuschbild im Innenraum über vier Mikrofone fein differenziert auf und analysiert es auf störende Klanganteile. Wenn erforderlich, schickt ANC einen gezielten Gegenschall über die Lautsprecher der Soundanlage – er verringert den Störschall so weit, dass ihn die Passagiere nicht mehr hören. Die aktiven Motorlager arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip.

Die Zylinderabschaltung beim 4.0 TFSI ist bei geringer Last, niedrigen und mittleren Drehzahlen und vom dritten Gang an aktiv. Dann schließt das System die Ein- und Auslassventile der Zylinder 2, 3, 5 und 8. In den aktiven Zylindern erhöht sich der Wirkungsgrad. Das Audi valvelift system nutzt verschiebbare Hülsen auf den Nockenwellen, um die Ventile zu schließen.

Auch wenn der Audi-Pilot die Zylinderabschaltung nicht hört, kann er den Wechsel immerhin sehen: Das Display des Kombiinstruments zeigt den Vierzylinder-Status an. Wenn der Fahrer kräftig Gas gibt, schalten sich die deaktivierten Zylinder wieder zu.

Deutlich wird der so erzielte Spareffekt bei häufig gefahrenen Geschwindigkeiten: Bei 80 km/h zwölf Prozent, selbst bei 130 km/h laufen sieben Prozent weniger Sprit durch die Einspritzdüsen.

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