Mercedes: Immer online für mehr Info, Sicherheit und Komfort
Stuttgart. Wenn Sie nebenan an der Ampel jemanden im Fond eines großen Autos winken sehen, meint der nicht unbedingt Sie. Kann sein, dass der Mann über den vorgeklappten Vordersitz hinweg einen großen Bildschirm steuert. Bis das so weit ist, braucht Mercedes allerdings noch ein paar Jährchen.
Ohne Mobilfunk, E-Mail, Internet und Co. geht längst nichts mehr. Uneingeschränkter Zugriff auf Informationen ist für viele selbstverständlich geworden. Erst im Berufsleben, mittlerweile auch privat, sogar im Auto. Heute schon sind bei Mercedes Internetzugang und Apps (kleine Programme) im Auto aktiv, und das Besondere: voll systemintegriert.
Weil es weltweit mehr als 1900 verschiedene Smartphone-Typen (internetfähige Handys) gibt, die zudem genauso schnell erneuert werden wie Computer, bindet Mercedes eben das jeweilige Smartphone des Autofahrers ein. Per Bluetooth werden die Funktionen ins Fahrzeug übertragen, dort mit bordeigenen Knöpfen und Schaltern bedient.
Sprachsteuerung macht fast alles möglich, dient zudem der Sicherheit im Auto. „@ your command“ (auf Dein Kommando) heißt die Zukunft bei den Schwaben. Die mobile Kommunikationszentrale im Auto soll dem Fahrer und seinen Passagieren Zugriff auf alle Daten und Online-Dienste eröffnen. Intelligent soll die Sprachsteuerung sein, wie man das schon heute ansatzweise beim neuen iPhone 4S erleben kann. Entwicklungschef Bharat Balasubramianian freut sich denn auch diebisch: „Stellen Sie sich vor, Sie fragen im Auto nach dem höchsten Kirchturm in Deutschland als nächstem Ziel. Wenn unser System dann das Ulmer Münster nennt, weil das vier Meter höher ist als der Dom zu Köln, haben wir alles richtig gemacht.“ Das Konzept eines Cloud-basierten Systems zeigt der Erfinder des Automobils in seinem neuen Forschungsfahrzeug F125 (Bild unten).
Schon in diesen Wochen gibt’s die ersten Modelle, etwa die neue B-Klasse, mit „Comand online“ samt Sprachbediensystem Linguatronic an Bord. Hier kann man sich auf einem großen, dem Apple iPad ähnlichen Display in das weltweite Netzwerk Facebook einklicken. Comand online verwendet das Mobiltelefon des Fahrers als Zugangsmedium zum Internet. Man braucht somit keine zweite SIM-Karte, die Abrechnung erfolgt über den bestehenden Handyvertrag.
Als Plattform für alle im Auto installierten Multimedia-Funktionen dient idealerweise eines der speziellen Mercedes-Programme (Apps). Neue Übertragungsstandards machen zudem den üblichen Kennwort-Abgleich zwischen Bluetooth und Auto überflüssig. Schon 2013 will Mercedes den neuen Kurzfeldfunkstandard NFC ins Auto bringen. Mittelfristig sind über ein Dutzend weiterer Mercedes-Apps geplant. Die Aktualisierung erfolgt über einen zentralen Daimler-Server. Umständliche und oft fehlerbehaftete Updates durch den Nutzer fallen deshalb weg.
Und wie reagieren die Stuttgarter Telematik-Tüftler auf Leute, die Internet im Auto aus Sicherheits- oder sonstigen Gründen ablehnen? Elektronik-Chef Peter Häußermann: „Technologie-Skeptiker haben vor 60 Jahren schon bei der Einführung des ersten Autoradios gemeckert. Kurz danach wollte jeder ein Radio im Auto haben.“
Mehr Mercedes









