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Vom Audi A6 bis zum VW Golf Cabrio: Unsere Stars des Jahres 2011
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Autor: Lothar Hausfeld 30. Dezember 2011 11:13 Uhr

Eine subjektive Hitliste

Vom Audi A6 bis zum VW Golf Cabrio: Unsere Stars des Jahres 2011

lh Osnabrück. Krise war gestern: Die Autoindustrie fuhr im Jahr 2011 wieder auf Wachstumskurs – was sich auch in der Vielzahl an spannenden neuen Modellen niederschlägt. Am letzten Tag des Jahres blicken wir zurück – welches Auto hat Fachjournalisten aus ganz Deutschland besonders beeindruckt und warum?

 
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Ulrich Hanser, Osnabrück (freier Journalist und regelmäßiger Autor dieser Zeitung): Mein Auto des Jahres ist der VW Up, ohne Zögern upsolut! Nicht wegen des zu wortspielerischen Namens. Ich entscheide mich für den Up wegen seines ausgereiften Gesamtkonzepts, auch wegen der Sturheit, mit der VW oft lange wartet, um sich dann doch an die Spitze des Feldes zu setzen. Der Up fährt sich wie eine Nummer größer, mindestens. Vorne habe sogar ich mit 1,88 Metern genug Platz. Abrollkomfort, Geräuschkulisse, Verarbeitung – alles prima wie im größeren Polo. Der Up ist der einzige Mini unter 10000 Euro mit ESP, zudem mit 60 PS und 161 km/h der flotteste unter den Kurzen. Sein freches Grinsen lässt mich spontan lächeln.

Ben Weinberger, Passau (Passauer Neue Presse): Wer der Political Correctness besonders stilvoll den Mittelfinger zeigen will, fährt Range Rover. Eine rollende Trutzburg, maßlos im Umgang mit fossilen Rohstoffen, vollgestopft mit Luxus und dennoch allzeit bereit für die nächste Himalaja-Expedition. Nun ist es aber so, dass fast niemand mit einem sauteuren Geländewagen tatsächlich asphaltierte Infrastruktur verlässt. Die Zeit war also überreif für den Range Rover Evoque, mein Auto des Jahres 2011. Der kleinste Range aller Zeiten schafft es, das Lebensgefühl der englischen Traditionsmarke perfekt ins 21. Jahrhundert zu tragen – trotz dramatischer Lifestyle-Offensive und des zumindest optionalen Verzichts auf Allradantrieb. Der Evoque ist wie ein Bergstiefel von Gucci: schaut unfassbar stylisch aus und könnte trotzdem noch überall dort hingehen, wo’s wehtut. Applaus gebührt den Engländern dafür, dass sie das Showcar LRX bedingungslos und nahezu unverändert in Serie gebracht haben – so mutig sind die meisten deutschen Premiumhersteller leider nicht...

Burkhard Assmus, Hameln (freier Journalist und regelmäßiger Autor dieser Zeitung): Aufgewachsen in einer automobilen Zeit, in der es nur so von Ford Granadas, Opel Rekords und Audi 100 wimmelte, tat das erste eigene Auto richtig gut: ein Golf I GTI, Baujahr 83, mit heiß gemachtem Motor und auch sonst nicht wirklich so ganz das, was man als Fahranfänger so bewegt. Umso aufgeregter war ich vor dem Erstkontakt mit dem Citroën DS3 Racing in schmuckem Obsidien-Schwarz-Metallic und einem Dach in Orange. Und dann erst die technischen Eckdaten: Vierzylinder, 16 Ventile, Benzineinspritzung mit Turboaufladung, 207 PS bei 1598 ccm Hubraum. Selbst der Kraftstoffverbrauch von im Durchschnitt nur 6,4 Litern pro 100 Kilometer ist durchaus akzeptabel und passt in die Zeit. Auf der Straße wurde ganz schnell klar: Der GTI von damals hatte seine Zeit – damals. Kurz und knackig sind nicht nur die Schaltwege des Racing, kurz und knackig lässt er sich auch durch die engsten Kurven zirkeln. Sein Sound dazu: sonor, aber nicht aufdringlich. Für mich waren die gefahrenen Testkilometer das reinste Vergnügen: Im DS3 kam endlich mal Fahrfreude auf.

Thomas Flehmer, Berlin (www.autogazette.de): Die Engländer unter indischer Flagge haben mit dem Range Rover Evoque einen Volltreffer gelandet. Wer sich Discovery oder Range Rover nicht leisten kann, findet mit dem Evoque eine adäquate Alternative, die ebenso geländetauglich ist wie die größeren Geschwister. Aber genau so macht das Kompakt-SUV auf dem Boulevard eine gute Figur – auch ohne den Werbe-Gag Victoria Beckham, die vor Produktionsbeginn als Designerin vorgestellt wurde. Ohne das Spice Girl konnte der Evoque seine muskulösen Formen erhalten, trotzdem den Lifestyle-Gedanken optimal umsetzen und so Tradition und Gegenwart der Marke verbinden. Der 2,2 Liter große Turbodiesel mit 190 PS reicht für den neuen Range vollkommen aus. Innerhalb von 8,5 Sekunden sind die 100 km/h erreicht. Und an Bord sind alle Annehmlichkeiten, die Range Rover zu bieten hat. 20000 Vorbestellungen gab es vor dem Marktstart. Und diese 20000 können sich nicht irren.

Alexander Schnell, Heilbronn (Heilbronner Stimme): Der Audi A6 aus dem Werk Neckarsulm ist zweifelsohne ein Schwergewicht für die Marke mit den vier Ringen. Dazu genügt ein kurzer Blick in die Verkaufszahlen der vergangenen Jahre. Während die meisten Modelle der Konkurrenz immer schwerer werden, hat Audi seiner Limousine eine strenge Diät verordnet. Zahlreiche Teile der Karosserie, Front- und Heckklappe sowie die Türen der neuen A6-Generation bestehen aus dem Leichtbauwerkstoff Aluminium. Je nach Motorvariante bringt der neue Audi A6 damit 80 Kilogramm weniger als sein Vorgänger auf die Waage. Das macht sich an der Zapfsäule bemerkbar – und den Audi A6 zu meinem ganz persönlichen Auto des Jahres.

Holger Holzer, Wesseling (Spot Press Service, SP-X): SUV sind im Stadtverkehr so fehl am Platz wie ein Mammut im Streichelzoo. Das gilt auch für den Range Rover Evoque. Der Brite sieht dabei aber wenigstens gut aus. Sogar hinreißend gut, vor allem als Dreitürer. Der Hersteller nennt diese Karosserieform „Coupé“ – und das ist in diesem Fall deutlich weniger übertrieben als üblich. Denn der kompakte Range Rover vereint Offroad-Bulligkeit und Sportwagen-Dynamik so gut wie kein anderer Vertreter seiner Klasse. Der Verbrauch ist zudem durchaus sozialverträglich: Ohne Allradantrieb und mit Dieselmotor bleibt er unter fünf Litern. Im Innenstadt-Trubel wird der Evoque damit zwar immer noch nicht zum Lämmchen – zwischen den großen Tieren der Wettbewerber macht er trotzdem eine gute Figur.

Wolfgang Wieland, Berlin (freier Journalist und regelmäßiger Autor dieser Zeitung): Die Krise vor der möglichen nächsten Krise in 2012 hatte im ablaufenden Jahr eine Pause, die Deutschen kauften die Showrooms der Autohändler leer. Und welches Auto war nun für mich persönlich das Auto des Jahres 2011? Es würde mir sehr leichtfallen, die 200000-Euro-Traumwagen SLS AMG Roadster oder Bentley GT Cabriolet zu küren, aber mein mobiler Liebling war in diesem Jahr ein deutlich kleineres, preiswerteres und verbrauchsärmeres Fahrzeug – der VW Up. Der knuffige Kleinwagen zeigt keinerlei Schwächen, begeistert mit Fahrspaß und macht einen großen Bogen um Tankstellen. Die Verarbeitung ist Golf-mäßig gut, und es ist mehr als ausreichend Platz für alle vier Insassen. Unterm Strich ist der Up für mich der ideale Stadtwagen und zweifelsfrei die automobile Zukunft. Mehr Auto braucht man nun wirklich nicht.

Mario Hommen, München (www.autoscout24.de): Mich hat in diesem Jahr der Renault Fluence besonders bewegt – im wahrsten Sinne des Wortes. Er ist der erste (halbwegs) bezahlbare und voll alltagstaugliche Stromer und damit Vorbote der elektrischen Revolution. Respekt an Renault – sie sind die Ersten am Markt. Das Auto fährt sich ordentlich, der E-Antrieb macht sogar längsdynamisch Spaß. Die Reichweiteneinschränkung verlangt nur nach einer gewissen Bereitschaft, sich darauf einzustellen.

Ralf Schütze, München (freier Journalist und regelmäßiger Autor dieser Zeitung): Mein persönliches Auto des Jahres 2011 heißt Range Rover Evoque. Ich fuhr in diesem Jahr Exoten wie den Elektro-Rolls 102 EX, den Toyota FCHV-adv mit Brennstoffzelle oder den 375000 Euro teuren Supersportwagen Lexus LFA. Was mich aber am britischen Tausendsassa so beeindruckt hat: seine Vielseitigkeit. Ein praktisches SUV mit guter Übersicht und einfachem Zustieg, und doch kein plumper 08/15-Hochbeiner in Förster-Optik. Der Evoque ist mit seinem mutig-eleganten Design ein echter Hingucker, und doch bewährt er sich als Allradler auch im Gelände. Und als Fronttriebler braucht er nur 4,9 Liter im Schnitt – und das bei 150 PS und dem enormen Drehmoment eines 2,2-Liter-Turbodiesels. Ich mag ihn einfach, und ich sage das auch nicht nur so. Auf meiner persönlichen Hitliste fürs nächste Auto steht er momentan ganz oben.

Lothar Hausfeld, Osnabrück (Neue Osnabrücker Zeitung): Potenzielle Kandidaten für das „Auto des Jahres“ gab es mehr als genug. Der neue Porsche 911? Der Range Rover Evoque? Vielleicht doch der Opel Ampera? Am Ende siegt der Lokalpatriotismus: Mein Auto des Jahres 2011 ist das VW Golf Cabrio, zum Glück aus Osnabrück. Der Nachfolger des legendären „Erdbeerkörbchens“ zeigt, dass auch ein eher nüchtern angelegtes Massenprodukt wie der VW Golf Emotionen wecken kann. Und es zeigt, dass der Automobilstandort Osnabrück auch nach dem „Aus“ von Karmann – nun unter der VW-Flagge – qualitativ allerhöchsten Ansprüchen genügt. In der Wolfsburger Firmenzentrale ist man jedenfalls voll des Lobes über die Zusammenarbeit mit den Osnabrücker Kollegen bei der Entwicklung und dem Bau des Golf Cabrios.

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