Im Kfz-Welt-Gebrauchtwagen-Check: der Audi A3
SP-X Köln. Kompaktfahrzeuge waren bis 1996 eher günstig und einfach gestrickt. Dann kam der Audi A3. Auf Basis des VW Golf IV bot der Ingolstädter mehr Komfort, eine höherwertigere Ausstattung und kräftige Motoren. Damit wurde er schnell zum Liebling nicht nur von Geschäftsleuten. Wie der erste Kompakte aus Ingolstadt nach Jahren abschneidet, klärt der Gebrauchtwagen-Check.
Karosserie und Innenraum: Wie beim Golf bietet auch der A3 (Typ 8L) auf 4,15 Meter Länge ausreichend Platz für zwei bis vier Personen. Bis 1999 gab es ihn nur als Dreitürer. Für Familien oder Singles mit Platzbedarf ist der Fünftürer praktischer, bei dem man auch leichter die Rücksitzlehen umklappen kann. Doch auch hier ist der A3 kein Raumriese, das Platzangebot wird erst mit dem Sportback ab 2004 besser.
Dafür werden die Insassen auch schon in frühen Modellen mit guter Verarbeitung, hochwertiger Haptik und zeitlosem Design verwöhnt. Die Armaturen sind klar gezeichnet, wer nicht gerade die Basisausstattung erwischt, erhält Komfortfeatures, die bis sonst nur aus höheren Klassen bekannt waren.
Motor: Das Leistungsband beim A3 der ersten Generation liegt zwischen 90 und 225 PS beim S3 genannten Sportler. Sehr beliebt war der 1,9-Liter-Diesel mit 90 und 110 PS, der allerdings Probleme bereiten kann und nicht die wirtschaftlichste Wahl ist. Ein gerissener Zahnriemen kann einen teuren Motorschaden nach sich ziehen. Soll es doch ein Selbstzünder sein, dann unbedingt auf einen frischen Öl-Wechsel achten. Beim neueren Dieselmodell ab 2003 treten Probleme am Turbolader und Zylinderkopf auf. Bei getunten Dieseln verbrennt schnell die Kupplung.
Die Wahl der Vernunft ist ein 1,6-Liter-Benziner mit 100 PS, der zwar nicht besonders spritzig ist, aber den A3 dennoch flott antreibt. Auch die 1,8-Liter-Version mit 125 PS ist ein adäquater Motor für den Audi. Dagegen sind die 1,8-Liter-Turbo-Benziner mit Vorsicht zu genießen, da sie gerne zur Spielwiese für Tuner wurden. Mit höherem Ladedruck und veränderter Motorsoftware kitzeln die Bleifuß-Spezialisten zwar ein paar mehr PS aus dem Motor, allerdings oft zulasten von Dauerhaltbarkeit, Verschleiß und Verbrauch.
Dafür ist die Auspuffanlage auch noch nach Jahren okay und nicht übermäßig vom Rost befallen, wie der TÜV-Mängelreport meldet. Ausgenommen sind nur die Anlagen der ersten Baujahre, deren Erstauspuff nun schon 15 Jahre auf den Buckel hat.
Ausstattung und Sicherheit: Audi setzte von Anfang an auch auf Sicherheit. Beim EuroNCAP-Crashtest 1998 erzielte der A3 vier von fünf möglichen Sternen. Seitenairbags gab es ab 1997, ESP nur modellabhängig. Darauf sollte man achten. Nach dem Facelift bekamen die Scheinwerfer Klarglasoptik. Von den vier Ausstattungsvarianten Attraction, Ambition, Ambiente und S line ist Ambiente zu bevorzugen. Darin sind unter anderem Vierspeichen-Lenkrad, Alcantara-Sitze, Lichtpaket und eine Mittelarmlehne enthalten. Ab 2003 gibt es obligatorisch ESP und bis zu sechs Airbags.
Qualität: Auch ein Premium-Kompakter hat seine Problemzonen. Beim A3 sind es streikende Fensterheber, wackelige Vordersitze, sich lösender Softlack an der Türinnenverkleidung und die Klimaautomatik. Dafür rostet die Karosserie nicht, die Bremsen sind auch nach Jahren stabil. Lediglich die Antriebswellen sind oft defekt und müssen getauscht werden. Schwächen leistet sich der A3 laut Mängelreport nach zehn Jahren am Lenkungsspiel, der Handbremse und an ganz alten Auspuffanlagen. Probleme an der Beleuchtungsanlage oder gar Ölverlust gibt es dagegen kaum.
Fazit: Gepflegte gebrauchte A3 mit 15 Jahren auf dem Buckel gibt es selten unter 2500 Euro. Besser ist es, auf jüngere Modelle zurückzugreifen, dann mit fünf Türen, ESP, vielen Airbags und einer mittleren Ausstattung. Besser, aber auch teurer, ist die zweite Generation des A3, die seit 2003 gebaut wird und gebraucht mindestens 7500 Euro kostet.
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