Ferrari mit Nasenhöcker- «Wird eine rote Saison»
Maranello. Die neue «Rote Göttin» trägt einen mächtigen Nasenhöcker. Auch Ferrari hat sich beim Design seines neuen Formel-1-Autos für die gewöhnungsbedürftige Optik mit einem Knick auf Höhe der Vorderachse entschieden.
Kein anderes Team hat sich bislang für eine derart drastische Nasenvariante entschieden. Das Team selbst gab zu, dass der Höcker nicht gerade «ästhetisch» sei. «Er sieht sehr anders aus als in den vergangenen beiden Jahren», meinte der spanische Pilot Fernando Alonso. Stallkollege Felipe Massa fand den Wagen insgesamt «aggressiv». Beim Sozialnetzwerk Facebook reichte die Palette der Kommentare von «großartig» bis «hässlich». «Ich hoffe, er ist schnell, denn schön ist er mit Sicherheit nicht», meinte ein User.
Schönheit liegt aber auch in der Formel 1 im Auge des Betrachters. «Für mich ist ein hässliches Auto letztlich eines, das nicht gewinnt und ein schönes ist eines, das gewinnt», betonte Ferrari-Chefdesigner Nicolas Tombazis. Ebenso wie Caterham und auch Force India mit dem deutschen Rennrückkehrer Nico Hülkenberg wählte die Scuderia den markanten Nasenknick.
Mit-Herausforderer McLaren glich den reglementierten Höhenunterschied zwischen Chassis und Nasenspitze hingegen mit einem geschwungenen Übergang aus, der auf den ersten Blick deutlich eleganter wirkt. Welchen Weg Design-Guru Adrian Newey für den neuen Red Bull von Doppelweltmeister Sebastian Vettel wählte, wird am kommenden Montag feststehen, wenn der RB8 ebenfalls via Internet präsentiert wird.
Am Dienstag fahren die Top-Autos dann erstmals gemeinsam auf die Strecke - mit Ausnahme des neuen MercedesAMG. Das Team um Rekordweltmeister Michael Schumacher wird den neuen Silberpfeil erst zum zweiten Test vom 21. bis 24. Februar auf dem Circuit de Catalunya vorstellen.
Red Bull, McLaren und auch Ferrari haben daher vier Tage mehr Zeit für Tests mit dem neuen Auto. «Wir werden bereit sein beim ersten Rennen», kündigte Alonso an und sprach dann gleich noch Ober-Chef di Montezemolo aus dem Herzen: «Wir müssen um diesen Titel kämpfen. Wir wollen gewinnen.»
Das tut auch Not. Der letzte WM-Triumph ist fünf Jahre her. 2007 holte Kimi Räikkönen den Titel. Seitdem fährt Ferrari hinterher. Und ganz besonders Felipe Massa. «Er weiß, dass er großes leisten muss», sagte di Montezemolo in seiner Videobotschaft. Denn nach der kommenden Saison endet Massas Vertrag. Der Brasilianer fährt nur noch auf Bewährung.
Alonso, der seit seiner Titelverteidigung 2006 auf den dritten WM-Triumph wartet, ist hingegen der unumstrittene Star im Team. Nicht zuletzt seinetwegen dürfte auch der Sponsorenvertrag mit einer spanischen Großbank bis 2017 verlängert worden sein. «Ich bin sicher, dass wir dieses Jahr Großes erreichen», meinte Alonso. Teamchef Stefano Domenicali gab sich nicht minder optimistisch: «Ich bin mir sicher, dass unser Auto von Beginn an gewinnen wird.» Selbst wenn manche die Nase eher zum Rümpfen finden.
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23.05.2011
