Kein Weg zu schwer: Der Toyota Land Cruiser
Osnabrück. „Echte“ Geländewagen sind selten geworden; zugunsten von schicken Cross-overn wurden die Schwerarbeiter immer weiter verdrängt. Einer dieser Arbeitstiere: der Toyota Land Cruiser, den wir als 190-PS-Diesel fuhren.
Der Auftritt der japanischen Legende ist beeindruckend: Die schiere Masse schüchtert geradezu ein; an der roten Ampel hatten wir manches Mal das unangenehme Gefühl, für Smart oder Fiat 500 eine Art rollende Sonnenfinsternis zu sein.
Entsprechend sitzt man nicht im Land Cruiser, man thront. Deutlich über dem Rest des Straßenverkehrs. „Thronen“ auch deshalb, weil es an Bord des Land Cruiser extrem komfortabel zugeht. Der seit mittlerweile 60 Jahren gebaute Offroader ist zwar geschaffen für Einsätze in härtestem Revier, aber der Fahrer und die Mitreisenden sollen es dabei so bequem wie möglich haben.
Die Ledersitze (Serie ab der Ausstattungsvariante Executive) passen sich jeder Körperform und -fülle anschmiegsam an, eine Vielzahl an kleinen Helferlein macht das Leben an Bord angenehm. Die Kühlbox in der Mittelkonsole nimmt größeres Transportgut mit, als so manche Fluglinie an Handgepäck erlaubt – hier ist alles eine Nummer größer.
Unser Test-Land-Cruiser kam als Fünftürer (es gibt ihn auch als Dreitür-Version) in der höchsten Ausstattung TEC-Edition und als Siebensitzer daher, was gleich mehrere Vorzüge hatte. Die in der TEC-Edition serienmäßige adaptive Niveauregulierung und das aktive Dämpfungssystem machen aus dem Land Cruiser auch auf schlechten Straßen eine gigantische Sänfte, in der die Passagiere so gut wie nichts von Schlaglöchern und sonstigen Problemzonen mitbekommen.
Die Sitzkonfigurationen lassen sich einfach und mit wenigen Handgriffen – bisweilen mit elektrischer Unterstützung – einstellen, sodass vom Großfamilienausflug zur Jagd (mit sogar für größere Kinder geeigneten Sitzen in der dritten Reihe) bis zum Kinderzimmer-Möbelkauf der Toyota auch diese Kategorie mit Auszeichnung besteht.
Allrad, geländeabhängiger Geschwindigkeitsregler, sperrbares Hinterachsdifferenzial, Multi-Terrain-Select mit Anpassung an jeden Untergrund, Berganfahr- und -abfahrhilfe – der Land Cruiser macht es auch Anfängern leicht, in schwerstem Gelände zu bestehen. Dazu trägt auch der Drei-Liter-Diesel mit 190 PS und satten 420 Newtonmeter Drehmoment bei, der zudem in der Automatikversion gleichmäßig seine Kraft entfaltet und Anhängelasten von bis zu 3,5 Tonnen mitschleppt.
Die Größe des Land Cruiser hat natürlich auch ihre Schattenseiten: In Parkhäusern stößt man schnell an seine Grenzen; da helfen dann auch die in der TEC-Edition vorhandenen Kameras an der Front, am Heck und in den Seitenspiegeln nur bedingt weiter, wenn die Parklücken schlichtweg zu klein sind. Die Vielzahl an Knöpfen und Schaltern im Cockpit überfordert manchen Fahrer.
Dem Toyota Land Cruiser ist kein Weg zu schwer, und er verbindet das Beste aus zwei Welten: Luxus und Komfort auf der einen, unbändige Kraft und Geländetauglichkeit auf der anderen Seite.
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