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Außen kompakt, innen überraschend geräumig: Toyota Verso-S
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Pfiffig. Ernsthaft!

Außen kompakt, innen überraschend geräumig: Toyota Verso-S

Osnabrück. Viel Platz auf wenig Raum – das ist derzeit mächtig beliebt auf dem Automarkt. Nachdem Toyota das Feld der Mini-Vans unverständlicherweise lange unbestellt gelassen hat, mischt man mittlerweile mit dem Verso-S wieder kräftig mit. Im Test: die Benziner-Variante mit 99 PS.

 
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Von außen betrachtet ist der Verso-S relativ unspektakulär, doch der Mini-Van von Toyota punktet mit seinen inneren Werten –die sind in dieser Klasse ohnehin mehr gefragt als extrovertiertes Design.Fotos: Toyota Mit dem Verso-S kehrte Toyota im vergangenen Jahr wieder ins Segment der Mini-Vans zurück. Vor allem junge Familien und ältere Kunden steigen gerne in Mini-Vans ein. Der Verso-S ist keine vier Meter lang - damit ist er einer der kürzesten Vertreter im Segment. Das Cockpit ist - typisch Toyota - übersichtlich und gut verarbeitet, versprüht aber wenig Charme. Highlight: Das Multimedia-System "Touch", das es ab der Ausstattungslinie "Life" serienmäßig gibt. Viel Platz: Wenn die hinteren Sitze umgeklappt werden, schluckt der Verso-S mehr als 1300 Liter. Das Umlegen der Rücksitzbank erfolgt einfach per Hebelzug im Kofferraum.
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Weniger als vier Meter lang ist der Verso-S, was ihn zu einem der kürzesten Vertreter im Segment macht. Glücklicherweise merkt man ihm das innen nicht an. Zumindest nicht negativ: Durch das hohe Dach sitzen auch Menschen jenseits der 1,85 Meter durchaus bequem auf den vorderen Sitzen, und auch hinten muss niemand mit Kleidergröße XL um Knie- oder Kopfschäden fürchten. Zumindest auf den äußeren Plätzen der Rücksitzbank ist das Ausstrecken der Beine auch bei komplett zurückgeschobenen vorderen Stühlen überhaupt kein Problem.

Die hinteren Sitze sind zudem in der Neigung verstellbar sowie im Verhältnis 2:3 zu 1:3 umklappbar. Und das vorbildlich einfach, indem man vom Kofferraum aus an einem Hebel zieht. So entsteht eine ebene Ladefläche, die aus dem 429 Liter großen Gepäckfach einen 1388 Liter großen Vielschlucker macht.

Apropos Vielschlucker: Der Verso-S zeigt sich in puncto Ablage- und Stausystem ausgesprochen pfiffig. Ein in der Höhe verstellbarer Ladeboden (Serie ab „Life“) mit „Geheimfach“ im Kofferraumboden, zahllose Ablagen – insgesamt fast 20! – und die niedrige Ladekante machen den Japaner zum kinderleicht zu handhabenden Allrounder.

Da kann man es sicherlich verschmerzen, dass das Cockpit in leider typischer Toyota-Tradition ein wenig fade und lieblos gestaltet wurde. Die großen Kunststoffflächen animieren nicht unbedingt zum reflexartigen Streicheln, die Bedienung der Klimaanlage ist im Vergleich zu vielen Konkurrenten eher plump. Auch wenn die Qualität und die Verarbeitung stimmt: Ein wenig mehr Liebe zum Detail könnte hier nicht schaden. Dass mal wieder kein Komfortblinker an Toyota-Bord ist oder das 1-Cent-Lämpchen fehlt, welches das eingeschaltete Abblendlicht im Display signalisiert, unterstreicht diesen Eindruck.

Kaum besser könnte allerdings die Abteilung Multimedia und Navigation abschneiden. Das „Touch“ genannte Audiosystem mit Farbmonitor, Rückfahrkamera und allerlei möglichen Geräteanbindungen konnte im Test voll überzeugen. Per Bluetooth wurde das iPhone anstandslos gekoppelt, was drahtloses Telefonieren und Musikhören ermöglichte. Das Touch-System ist ab Ausstattung „Life“ serienmäßig verbaut; wer weitere 730 Euro investiert, macht aus ihm gleichzeitig auch ein Navigationssystem – unbedingt empfehlenswert.

Der große Touchscreen ist freilich neben dem einarmigen Scheibenwischer die einzige Extravaganz, die sich der Verso-S leistet. Ansonsten ist der Japaner ein durch und durch ernsthafter und nüchterner Vertreter seiner Zunft – was in seinem Segment aber wahrlich kein Nachteil sein muss: In der Hauptsache junge Familien und reife Herrschaften reisen gerne im Mini-Van, freuen sich über erhöhte Sitzposition, flexiblen Innenraum und vergleichsweise günstige Einstiegspreise.

Nicht ganz so hoch gehangen wird in dieser Fahrzeugklasse dagegen das zügige Vorankommen – und so ist es für die Zielgruppe verschmerzbar, dass der 1,33 Liter große und 99 PS starke Vierzylinder kein unbändiges Kraftpaket ist. Die 13,3 Sekunden, die der Verso-S braucht, um Landstraßentempo aufzunehmen, deuten es schon an: In der Ruhe liegt hier die Kraft.

Für die Stadt ist man mit dem Verso-S völlig ausreichend motorisiert, für alles, was darüber hinausgeht, sollte man Geduld mitbringen. Insbesondere auf der Beschleunigungsspur zum Auffahren auf die Autobahn ist langer Atem gefragt, zum Überholen muss der Fahrer immer wieder zum Schaltstock greifen. Aus dem sechsten Gang heraus noch einmal angreifen? Das kann man sich abschminken, bis man auf Touren kommt, ist der zu Überholende schon lange über alle Berge.

Nun gut, finden wir uns damit ab, dass der Toyota-Van ein gemütlicher Gleiter ist – immerhin gleitet er auch tatsächlich über die Straßen, wo ihn abgesenkte Gullydeckel oder eilige hingeschmierte Teerflecken nicht aus der Ruhe bringen können. Mit großer Gelassenheit trägt er seine Insassen auch über schlechte Wege, verhält sich auch in Kurven neutral und gutmütig.

Wenn man den Motor nicht gerade bis in den roten Bereich dreht, bleibt er stets angenehm ruhig in der Geräuschentwicklung, läuft rund und verursacht nur wenige Vibrationen.

Dass Start-Stopp nur für die beiden höchsten Ausstattungsvarianten erhältlich ist, zudem 470 Euro Aufpreis kostet, ist äußerst unschön. Wer sich allerdings zugunsten der Umwelt dazu entschließt, dieses monetäre Opfer zu bringen, der darf sich an einem zuverlässigen System erfreuen.

Per Stoppuhr wird automatisch die Zeit gestoppt, die man im Motorstillstand verbringt. Erstaunlich schnell sind wir in wenigen Tagen auf eine halbe Stunde Ruhezeit gekommen. Wenn man pro Stunde Leerlaufzeit rund einen Liter Kraftstoffverbrauch ansetzt, lässt sich so bei einem häufigen Einsatz in der Stadt aufs Jahr gerechnet einiges einsparen –und gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes tun.

Allerdings greift das Start-Stopp-System erst dann ein, wenn der Wagen absolut steht; bei anderen Herstellern wird schon im Ausrollen der Motor gestoppt, wenn denn auch ausgekuppelt wurde. Daran lag es aber nicht, dass der angegebene Durchschnittsverbrauch von 5,5 Litern auf 100 Kilometern im Test um gute zehn Prozent verfehlt wurde: Mit 6,2 Litern ist der Verso-S kein Sparwunder; er lässt sich aber mit relativ geringer Zurückhaltung auf ein erträgliches Verbrauchsmaß zügeln.

14950 Euro verlangt Toyota mindestens für einen Verso-S. Die Einstiegsversion ist allerdings recht karg ausgestattet, nicht einmal ein einfaches Audiosystem (450 Euro) oder Klimaanlage (1200 Euro) sind hier serienmäßig enthalten. Diese beiden für die meisten Kunden unverzichtbaren Extras gibt es erst in der Variante „Cool“ standardmäßig (16200 Euro).

Der Preissprung zur nächsten Ausstattungsvariante „Life“ fällt mit 750 Euro überschaubar aus, bietet dafür aber mit dem höhenverstellbaren Gepäckraumboden, Mittelarmlehnen vorn und hinten sowie insbesondere dem Multimediasystem „Touch“ richtig viel Gegenwert fürs Geld, sodass der Verso-S in der „Life“-Ausstattung unsere Empfehlung darstellt. Dazu noch Metalliclackierung (450 Euro), Navigationsmodul (730 Euro) und Start-Stopp (470 Euro) – und der ernsthaft pfiffige Japaner ist komplett.


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