Kurz gefahren: Der Mazda5 – Variabler Innenraum
Osnabrück. Auch wenn der Trend zum Single-Dasein oder zu kinderlosen Beziehungen in Europa ungebrochen ist: Großzügig bemessene Familien-Vans haben trotzdem ihre Daseinsberechtigung. Einer der flexibelsten seiner Art ist der Mazda5, den wir mit 115-PS-Diesel fuhren.
Wobei: Das Fahren stand gar nicht einmal so sehr im Mittelpunkt, das erledigte der 1,6 Liter große Selbstzünder erfreulich unaufgeregt. Mit einem Van wird kaum jemand auf die Idee kommen, schwarze Gummibilder auf den Asphalt zu brennen, und so reichen die 270 Newtonmeter an maximalem Drehmoment völlig aus, um kraftvoll voranzukommen, aus dem Drehzahlkeller heraus zu beschleunigen oder entspannt im hohen Gang zu gleiten, ohne dabei von Bodenwellen beeinträchtigt zu werden.
Wie immer vorbildlich bei Mazda: das Sechs-Gang-Schaltgetriebe, das erhöht verbaut wurde und ergonomisch perfekt zu bedienen und darüber hinaus sportlich-knackig abgestimmt ist.
Nein, mehr Zeit haben wir im Innenraum verbracht, wo wir die vielen verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten ausprobiert haben. Sieben Sitze gibt es ab der Ausstattungslinie Center-Line (mindestens 25090 Euro), dann ist auch die Klimaautomatik Serie. Mit der dritten Sitzreihe hält gleichzeitig das Karakuri-Konzept Einzug in den Mazda5, und das bedeutet größtmögliche Flexibilität bei der Innenraumgestaltung.
Je nachdem, ob ein Kindergeburtstag, der Großeinkauf oder Umzug ansteht, lassen sich die Sitze der zweiten und dritten Sitzreihe verschieben oder umklappen; in den Sitzen verstecken sich Ablagefächer oder Armlehnen. So können alleine unter dem rechten Rücksitz über sechs Liter verstaut werden –und alles lässt sich so einfach handhaben und sieht so spielerisch leicht aus wie Origami, wenn aus einem Blatt Papier plötzlich ein Schmetterling oder ein Abendkleid gefaltet wird. Schiebetüren gibt es in jeder Ausstattung, unbedingt zu empfehlen ist deren elektrische Betätigung – das gibt’s aber leider nur in der teuersten Ausstattung Sports-Line.
Der Innenraum wirkt sachlich-nüchtern, allerdings nicht unbedingt hochwertig, und, bei aller Begeisterung über das Karakuri-Konzept: In die letzte Sitzreihe zu klettern möchte man keinem Erwachsenen zumuten. Auch der mittlere Sitz in der zweiten Reihe ist eng geschnitten, hier wird es für einen Kindersitz arg knapp.
Trotzdem: Der Mazda5 ist unterm Strich ein absolut empfehlenswerter Familienwagen; beim 1,6-Liter-Diesel muss mit Verbräuchen von um die sechs Liter auf 100 Kilometern gerechnet werden – wenn man denn tatsächlich fahren will und nicht nur im Innenraum Karakuri-Origami betreibt.
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