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BMW M traut sich erstmals an einen Dieselmotor heran
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Quelle: SP-X 20. Januar 2012 11:42 Uhr

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BMW M traut sich erstmals an einen Dieselmotor heran

Garching. Die M GmbH springt über ihren Schatten. Nachdem sich der BMW-Werkstuner lange gegen den Diesel gesträubt hat, bietet er bald Sportmodelle mit Selbstzündern an. Für den Genfer Salon hat Firmenchef Friedrich Nitschke deshalb jetzt gleich drei M-Fahrzeuge mit einem „d“ im Typenkürzel avisiert: Limousine und Kombi des Fünfers sowie X5 und X6 wird es ab dem späten Frühjahr auch als Ölbrenner geben.

 
Im Mittelklasse-Kombi BMW M550d kommen 381 Diesel-PS zum Einsatz. Foto: BMW  Vergrößern
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Angetrieben werden sie von einem drei Liter großen Reihensechszylinder, der mehr bekommen hat als nur einen neuen Chip und eine geänderte Elektronik: Denn binnen zweieinhalb Jahren haben die M-Ingenieure aus dem AG-Motor den ersten Tri-Turbo am Markt entwickelt. Mit zwei kleinen und einem großen Lader steigt die Leistung von bislang maximal 313 auf künftig 381 PS, und das maximale Drehmoment gipfelt schon jenseits von 1500 Touren bei atemberaubenden 740 Nm. Damit ist der Sechszylinder so stark, dass laut Nitschke ohne Allradantrieb seine meiste Kraft in den elektronischen Regelsystemen verrauchen würde. Deshalb fährt neben X5 und X6 bei der M GmbH nun erstmals auch der Fünfer auf allen vieren.

Die gewaltige Energie ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist die Effizienz, mit der die Dampfhammer-Diesel mindestens genauso beeindrucken wollen: Lediglich 6,3 Liter soll der Öl-Renner verbrauchen. Damit liegt er nicht einmal einen Liter über dem 535d, aber 3,6 Liter unter dem aktuellen M5.

Mit dem ersten Diesel eines Werkstuners bringt M-Chef Nitschke seine Konkurrenten bei Mercedes-Ableger AMG in Affalterbach und bei der Audi-Tochter Quattro in Neckarsulm womöglich in Zugzwang. Denn von beiden sind derzeit keine entsprechenden Planungen bekannt. Im Gegenteil: „Wir haben die Option immer wieder geprüft und uns dagegen entschieden“, kontert zum Beispiel AMG-Chef Ola Källenius: „Für uns ist der Diesel im Augenblick absolut kein Thema.“

Auch Nitschke weiß um die Gratwanderung mit dem für Sportfahrer noch immer alternativen Antrieb. Auf der einen Seite ist der Diesel wunderbar sparsam, passt perfekt zu Vielfahrern auf der Langstrecke und überzeugt Skeptiker mit seinem gewaltigen Drehmoment. Aber auf der anderen Seite eicht die M GmbH ihre Autos noch immer auf der Nordschleife des Nürburgrings, wo die Öltanker – Le Mans-Siege hin, Dakar-Triumphe her – für Puristen nichts zu suchen haben.

Deshalb zieht sich Nitschke mit einem eleganten Trick aus der Affäre: „Unsere Kernmodelle werden nicht angetastet“, gibt er Fahrzeugen wie dem M3, dem M5 oder dem M6 absoluten Bestandsschutz und führt stattdessen eine komplett neue Linie ein: Sie heißt M Performance und sortiert sich so ähnlich wie die S-Modelle von Audi zwischen der Großserie und den Spitzensportlern ein. Deshalb heißt der Fünfer auch nicht M5 – sondern M550d.

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