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Gefahren: Mazda 3 – Sportliches Aussehen, gute Ausstattung
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Solide Dreierbeziehung

Gefahren: Mazda 3 – Sportliches Aussehen, gute Ausstattung

Osnabrück. Schöne Kombis heißen Avant, lautete mal eine Audi-Werbung. Und schöne Kompakte? Die heißen Mazda. Im Test: die Einstiegsvariante des kürzlich gelifteten Mazda3 mit 105 PS, die beweisen muss, dass der Japaner nicht nur eine schöne Hülle hat.

 
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Der Mazda3 gilt als einer der schönsten Konkurrenten des VW Golf in der Klasse der Kompaktmodelle. Den Japaner gibt es in zwei Karosserievarianten; in Deutschland verkauft sich aber fast ausschließlich nur das Fließheck. Zu den technischen Highlights zählt der Totwinkel-Assistent. Wenn ein Fahrzeug sich hinter dem Mazda3 annähert, wird es zunächst per optischem Signal im Seitenspiegel angezeigt... ...und im Fall eines geplanten Fahrbahnwechsels - durch Blinkersetzen signalisiert - wird der Fahrer zusätzlich per Warnton informiert. Zu den Neuheiten nach dem Facelift gehört auch ein großes, fest eingebautes Navigationssystem von TomTom.
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Auf den ersten Blick fällt aber nun mal zunächst das Äußere auf. Und da punktet der Dreier mit einem sportlichen Design, das in der Kompaktklasse weitestgehend einmalig ist. Auch wenn man über Marketing-Formulierungen in der Pressemappe wie „...vermittelt auf einzigartige Weise Sportlichkeit und die Zoom-Zoom-Markenphilosophie“ eher schmunzeln kann.

Kann der japanische Golf-Gegner dieses sportliche Versprechen auch auf der Straße umsetzen? Nicht ganz. Der 1,6 Liter große Vierzylinder-Benziner hat seine Qualitäten vor allen Dingen an anderer Stelle. Er ist vorbildlich leise, auch bei höheren Drehzahlen, gibt ganz entspannt im Stadtverkehr den zurückhaltenden Gleiter.

Um den Motor auf Touren zu bringen, hilft nur eines: Drehzahlen. Das maximale Drehmoment von 145 Newtonmetern erreicht das Aggregat erst bei 4000 Umdrehungen in der Minute – da muss man schon ganz ordentlich orgeln, um Vortrieb zu erzeugen. Ein sechster Gang könnte hier Abhilfe schaffen, doch Mazda ist der Meinung, dass fünf Gänge reichen müssen. Diese sind immerhin, typisch für Mazda, sportlich-kurz voneinander entfernt und genussvoll zu wechseln.

Auf einer kurvigen Landstraße lohnt sich eine Hochdrehrunde aber durchaus, denn mit seiner direkten Lenkung, dem straffen Fahrwerk und der stabilen Lage ist der Mazda3 ein Meister der Kurve.

Wer allerdings ausufernd die Drehzahlmessernadel in Richtung roten Bereich schickt, der wird auf dem Weg zur nächsten Tankstelle auch seinen Puls im roten Bereich fühlen. Der Bordcomputer zeigt beim Anfahren gnadenlos Momentanverbrauchswerte von bis zu 40 Litern auf 100 Kilometer an. Natürlich landet man unterm Strich nicht bei solchen Werten. Doch selbst mit größter Selbstkasteiung und dem Wissen von mehreren Spritsparkursen gelang es nicht, den Durchschnittsverbrauch unter 7,3 Liter zu drücken. Zum Vergleich: Ein 105 PS starker VW Golf in der Blue-Motion-Variante ist auf dem Papier über einen Liter besser als Mazda.

Die Autobahn ist aufgrund des eher bedächtigen Sprintverhaltens nicht das bevorzugte Einsatzgebiet des Mazda3. Ab der Ausstattungsvariante „Edition“ gibt es aber mit dem Tot-Winkel-Warner ein überaus nützliches Extra serienmäßig, das jeder, den es schon einmal vor einem Unfall auf der Autobahn bewahrt hat, nicht mehr missen wollte. Der RVM genannte Assistent warnt per Lichtzeichen im Außenspiegel sowie notfalls auch akustisch vor Fahrzeugen, die sich im toten Winkel des Fahrers befinden – hier sieht die Elektronik mehr als der Mensch.

Im Innenraum weiß der gelungene Materialmix zu gefallen; an Verarbeitung und Qualität kann man ebenfalls nicht Schlechtes finden. Es gibt Menschen, die sich über die vielen Knöpfe auf dem Lenkrad beklagen – uns gefällt vielmehr, dass man für die wichtigsten Funktionen des Tempomats, des Bordcomputers und der Audioanlage die Hände nicht vom Steuer nehmen muss.

Die straffen Sitze mit viel Seitenhalt runden den positiven Eindruck im Innenraum ab. Nicht umsonst sicherte sich der Mazda3 im Vorjahr den Gesamtsieg unter 117 Modellen in der deutschen J.D. Powers-Studie in puncto Kundenzufriedenheit.

Das Ladevolumen des Kofferraums liegt auf Niveau der Konkurrenz; beim Umlegen der Rücksitze (2/3 zu 1/3) entsteht leider eine Stufe, und wenn man die Einkäufe aus dem Kofferraum hievt, ärgert man sich über die hohe Ladekante. Das Platzangebot für Passagiere ist ebenfalls klassenüblich. Hinten wird es für große Menschen schon eng, wenn der vordere Sitz komplett zurückgeschoben wurde. Allerdings haben es auch die Kleinsten nicht ganz leicht: Wer einen Maxi Cosi auf einem der hinteren Sitze fixieren will, ärgert sich über die labbrigen Gurtschlösser, die nicht fest arretiert sind.

Der günstigste Einstieg in die Dreierbeziehung beginnt bei 16990 Euro. Die empfehlenswerte „Edition“-Ausstattung kostet mindestens 19990 Euro, ist mit umfangreichen Sicherheitssystemen, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Bordcomputer, Audioanlage mit Aux-Anschluss, Tempomat und einigem mehr üppig ausgestattet.

Zum Vergleich: Der bereits erwähnte 105-PS-Golf mit vier Türen kostet mindestens 19710 Euro. Das ist freilich der Preis für die eher nackte Grundausstattung, Gimmicks wie Klimaautomatik, Audioanlage und einiges mehr muss noch dazugebucht werden. Solide sind beide, Golf und Mazda3 – doch so schön wie der Japaner ist in dieser Liga eben kein anderer.


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