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Gefahren: Fiat Freemont – Zahllose Konfigurationsmöglichkeiten im Italo-Western-Crossover
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Gefahren: Fiat Freemont – Zahllose Konfigurationsmöglichkeiten im Italo-Western-Crossover
Gefahren: Fiat Freemont – Zahllose Konfigurationsmöglichkeiten im Italo-Western-Crossover
Osnabrück. Es wäre jetzt ein wenig ungerecht, wenn man den Familien-Vans per se ein langweiliges Design unterstellen würde; in diesem Segment hat sich in den letzten Jahren doch so einiges getan. Trotzdem: Der Fiat Freemont ist mit seiner uramerikanischen SUV-Optik etwas ganz Spezielles im Van-Bereich. Wir waren mit dem 170-PS-Diesel unterwegs.
Der Freemont, eines der ersten Projekte der neuen Fiat-Chrysler-Allianz, lief bis vor kurzer Zeit noch als Dodge Journey von den Bändern, war als solcher hierzulande leidlich erfolgreich und wurde von den neuen italienischen Bossen im Herbst letzten Jahres einem umfangreichen technischen Update unterzogen.
Nicht italienischer sollte der Crossover werden, sondern europäischer. Das macht sich auf den Straßen bemerkbar – wo der Journey noch typisch amerikanisch schwammig und unpräzise daherkam, gibt sich der Freemont deutlich straffer, allerdings manchmal auch zu straff: Das Fahrwerk des Fiat neigt zum unharmonischen Abrollen, poltert manchmal insbesondere an der Vorderachse.
Der 170-PS-Diesel kann dagegen vollends überzeugen. Der Zwei-Liter-Selbstzünder arbeitet in nahezu allen Drehzahllagen akustisch zurückhaltend, packt aber bei Überholvorgängen herzhaft zu – auch wenn man auf das Anwählen eines niedrigeren Gangs verzichtet. Wer Zeit hat, kann bei niedrigen Drehzahlen entspannt bummeln, ohne dass aus dem Motorraum störendes Brummen ertönen würde.
Im Test genehmigte sich der Freemont mit 6,9 Litern auf 100 Kilometern einen halben Liter mehr als im Prüfverfahren – angesichts der Fahrzeuggröße geht der Wert in Ordnung. Mit dem fast 78 Liter fassenden Tank schafft man Passagen von über 1000 Kilometern, ohne sich Gedanken über den aktuellen Dieselkurs machen zu müssen.
Mit üppigen 4,89 Meter Länge ist das Handling in der Stadt freilich nicht ganz so entspannt; ein großer Wendekreis und die nach hinten eingeschränkte Sicht erschweren die Suche nach einem passenden Parkplatz. Vorne gibt es keine Parksensoren, hinten piept es zumindest, wenn man sich Hindernissen nähert. Noch sinnvoller wäre eine Rückfahrkamera, doch die gibt es nur gegen 350 Euro Aufpreis oder in der höchsten Ausstattungslinie „Lounge“ serienmäßig.
Nun gut, die üppigen Dimensionen des Freemont haben natürlich auch ihre positiven Seiten: Angesichts von nahezu fünf Meter Länge spielt der Italo-Amerikaner aus mexikanischer Produktion im Innenraum seine ganzen Qualitäten aus.
Und zwar insbesondere bei der Variabilität. Sieben Sitze sind serienmäßig vorhanden, und mit den drei Sitzreihen kann man schier endlose Konfigurationen vornehmen. Vom Einsitzer – alle anderen Stühle können versenkt oder weggeklappt werden – für den Großtransport bis zum Kindergeburtstagsausflug mit vielen kleinen Passagieren an Bord lässt sich die Sitzanlage in jeder erdenklichen Quantität aufstellen. Erfreulich einfach sogar. Wenige Handgriffe genügen, um die dritte Reihe im Boden zu versenken und wieder hervorzuholen, zum Einsteigen auf die letzte Sitzbank wird die zweite Reihe ebenso einfach zusammengeschoben. Hinein kommt man auch dank der extrem weit öffnenden Türen problemlos. Allerdings – wie bei den meisten anderen Siebensitzern auch – mag man die dritte Sitzreihe keinem Erwachsenen zumuten. Auch nicht für kurze Strecken.
Aber der Freemont ist ohnehin klar auf das Leben und Fahren mit Kindern ausgerichtet. Zwei als Kindersitze taugliche Erhöhungen lassen sich auf den äußeren Plätzen der zweiten Reihe herausheben, während Papa hinter dem Lenkrad die Bagage dank des Extra-Innenraumspiegels im Blick hat.
Kinder haben ebenfalls kein Problem damit, die beiden großen Staufächer zu ihren Füßen mit allerlei Krimskrams zu füllen – uns hingegen würde die Aussicht locken, dass man in den kunststoffbeschichteten Ablagen an einem heißen Sommertag Getränke nebst kühlenden Eiswürfeln zum Strandausflug transportieren könnte. Eine schöne Aussicht angesichts der Temperaturen der letzten Wochen.
Auch abseits der zwei Eisfächer finden sich jede Menge Ablagen im Innenraum. Das rollende Einrichtungshaus reklamiert für sich 25 solcher Extrastauräume – und die alleine schlucken in etwa so viel wie der Kofferraum eines Citycars.
Trotzdem: 1461 Liter an maximalem Ladevolumen sind angesichts der Fahrzeuggröße ein eher enttäuschender Wert, auch wenn man vermutlich eher selten den gesamten Innenraum für Transportzwecke benötigen wird.
Ein Wort noch zur Materialauswahl und der Verarbeitung: Der Lederanteil ist erfreulich hoch, ebenso der der weichen Kunststoffflächen. Hier und da ist die Verarbeitung allerdings ein wenig nachlässig, und die Bedienung der Klimaanlage, die mal über klassische Drehregler und mal über das Touchscreen-Display vorgenommen werden muss, ist unlogisch aufgebaut und verwirrend. Dafür gibt’s eine separate Klimasteuerung für die hinteren Plätze.
29290 Euro kostet die 170-PS-Variante mindestens; die Serienausstattung ist üppig. Bei unserem Test-Freemont waren lediglich Sitzheizung (300 Euro) und Metalliclack (700 Euro) als Extras angekreuzt – vermisst haben wir bis auf die Rückfahrkamera nichts.
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23.05.2011
