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Der Wolf liebt den Felsen

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Von Ulrich Hanser, 03. Juli 2010 00:00 Uhr

Mit dem Amarok will VW den Pick-up-Markt erobern

Der Wolf liebt den Felsen

Pick-ups, das sind Minilaster, mit denen harte Burschen, fleißige Handwerker, in den USA auch Hausfrauen und Asphalt-Cowboys, unterwegs sind. Bei uns fährt so etwas noch in der Nische. Aus dieser will Volkswagen den Pick-up rausholen. Amarok heißt das Fahrzeug.

 
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Gute Figur in Stadt und Land: Der VW Amarok. VW Amorok
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Amarok ist kein Kunstwort. Bei den grönländischen Inuit heißt so der Wolf, im romanischen Sprachraum sagt man „Er liebt den Felsen“. Beides passt. Im Gelände hält den in Argentinien montierten Amarok so schnell nichts auf. Besser als die Konkurrenz von Mitsubishi über Nissan bis Toyota: der deutsche Pick-up ist komfortabel wie ein Pkw, bietet hier und da die bessere Technik. Weshalb VW guter Dinge ist, dass der Amarok im Pick-up-Rudel schnell der Leitwolf wird.

In Deutschland werden gerade mal 10000 Pick-ups jährlich zugelassen, weltweit ist der Markt mit zwei Millionen üppiger bestückt. Gerade die Ein-Tonnen-Pick-ups hat VW mit dem Amarok im Visier. Die haben, sagt Produktmann Christian Wattenberg, weltweit wachsende Bedeutung vor allem in Südamerika oder Südafrika. Mit den USA wollen sich die Niedersachsen Zeit lassen, verriet VW-Chef Martin Winterkorn. Obwohl Pick-ups auch dort von jeher beliebt sind. Verkaufsstart soll im Herbst sein, die Preise beginnen bei knapp 29000 Euro. Mit einem später folgenden kleineren Motor wird es den Amarok billiger geben.

Robust, zuverlässig, moderne Technik, Fahrkomfort, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis waren die Vorgaben. Obwohl der komplett neu entwickelte Amarok über Leiterrahmen mit solider Starrachse hinten samt Blattfedern verfügt, erweist sich das Fahrverhalten als überraschend geschmeidig. Entscheiden kann man zwischen zwei Federungskonzepten. Heavy Duty ist auf hohe Nutzlasten ausgelegt (bis 1,15 Tonnen). Komfort ist die Variante für Kunden, denen 900 Kilo Zuladung reichen, die Wert legen auf angenehmes Fahren.

Drei Antriebsalternativen: Hinterrad, zuschaltbarer bzw. permanenter Allradantrieb 4Motion. Bei Allrad behält das serienmäßige ESP anders als beim Wettbewerb volle Funktionalität. Gute Leistung, aber auch sehr gute Verbrauchs- und Emissionswerte waren bei den Motoren Pflicht. VW offeriert Zwei-Liter-Common-Rail-TDI. Zum Verkaufsstart gibt’s den Bi-Turbo mit 163 PS, der wuchtet 400 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Mit knapp acht Liter Normverbrauch legt der Amarok die Messlatte hoch.

Später folgt der kleine TDI als Mono-Turbo mit 120 PS und 340 Nm Drehmoment. 7,6 Liter Normverbrauch stehen für 199 Gramm CO2, womit der „kleine“ Amarok der erste Allrad-Pickup mit einem CO2-Wert von unter 200 Gramm sein wird. Auf Straßen und im Gelände macht der 5,25 Meter lange und 1,95 Meter breite Amarok sehr viel Spaß, angenehm wendig fährt er sich auch im Stadtverkehr. Vor allem verblüfft die hervorragende Abstimmung von Antrieb und Federung. Dies kannte man bei Pick-ups bisher so nicht. Motor- und Windgeräusche sind gut gedämmt, fünf Erwachsene in der Doppelkabine sitzen bequem. Prima Rundumsicht, der durchaus wohnliche Innenraum wirkt mit optisch wertigem Material sehr gut verarbeitet. Im Amarok gerät auch die lange Autobahnfahrt zum angenehmen Fahrerlebnis. Die kleine Kabine (SingleCab) soll 2011 folgen. 

Der Amarok hat im Normalfall einen eher schlichten Auftritt. Natürlich kann man mit etlichen Zutaten auffällig hochrüsten. Neben dem größten Innenraum seiner Klasse setzt sich auch die Ladefläche an die Spitze: Als Einziger in seinem Segment lässt sich der Amarok mit einer Euro-Palette auch quer beladen. Die Ausstattung ist gerade bei der Sicherheit umfassend, das war für VW selbstverständlich. ESP, Fahrer-, Beifahrer, Kopf- und Seitenairbags sind an Bord. Fazit: Das wird der Leitwolf unter den Pick-ups.


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