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Venne: Eine starke Gemeinschaft im Glauben
Venne. Vor mehr als zwei Jahrzehnten trafen die ersten Aussiedler im Osnabrücker Land ein. Heute ist aus ihnen eine starke Gemeinschaft geworden, die sich voll ins Leben im Altkreis Wittlage integriert hat. Sichtbarstes Zeichen ist die gut funktionierende und engagierte Freie Evangeliums-Christengemeinde (FECG). Sie wurde vor 20 Jahren in Venne gegründet und feierte am Samstag den runden Geburtstag mit einem „Tag der offenen Tür“.
„Ihre Gemeinde ist eine unwahrscheinliche Bereicherung für das christliche Leben im Landkreis und im Wittlager Land“, lobte Landrat Manfred Hugo in seinem Grußwort. Im Rahmen einer Feierstunde zählte er gemeinsam mit Gemeindebürgermeister Rainer Ellermann, dem Bundstagsabgeordneten Georg Schirmbeck und weiteren Vertretern des öffentlichen Lebens zu den Ehrengästen.
„In Berlin muss man lange suchen, um jemanden zu finden, der die Nationalhymne und das Vaterunser auswendig kennt. Hier aber ist beides präsent“, so Schirmbeck in seiner Rede. Schließlich seien die Aussiedler damals nicht nur in ihre ursprüngliche deutsche Heimat zurückgekehrt, sondern die vor 20 Jahren gegründete Kirchengemeinde in Venne habe ihnen auch bis heute die notwendige Geborgenheit gegeben. Dementsprechend groß sei die Identifikation mit Deutschland im Allgemeinen und dem christlichen Glauben im Besonderen.
„Die ersten Familien kamen bereits Mitte 1988 in die heutige Gemeinde und siedelten sich zuerst in Belm und Bramsche an“, berichtete Leo Frank in seinem Vortrag zur Geschichte der Gemeinde. Kirchlich betreut wurden sie dort zuerst von Samuel Franz, Pastor der Bramscher Pfingstlergemeinde. Schnell wuchs jedoch der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus, und durch einen Makler wurden die Christen auf die Näherei Hucke in Venne aufmerksam. Nachdem der Kaufvertrag unterschrieben und die ersten Räume in ausschließlich ehrenamtlicher Arbeit saniert worden waren, konnte der heutige Saal am 15. April 1991 eingeweiht werden.
Doch die Einwanderungswelle hielt an, und so begann 1995 in Bramsche erneut die Suche nach weiteren Räumen. 1996 wurde der Kaufvertrag abgeschlossen, und nach zweijähriger Umbauphase konnte das ehemalige Getreidelager der Raiffeisen-Genossenschaft Bramsche im Mai 1998 seiner neuen Bestimmung übergeben werden. Die Gemeinderäume in Venne blieben aber erhalten und wurden 2001 ein weiteres Mal renoviert. Bis heute sind sie Zentrum der Gemeinde geblieben, die aktuell rund 260 Mitglieder hat.
Doch eigentlich ist sie viel größer, denn im Gegensatz zur evangelischen oder katholischen Kirche wird bei der Freien Evangeliums-Christengemeinde erst im Erwachsenenalter getauft. Trotzdem ist die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein Schwerpunkt in der Gemeinde. Ebenso wie humanitäre Hilfe für Menschen in osteuropäischen Ländern und die Evangelisation in Form der Vermittlung christlicher Werte. Von alldem konnten sich die Besucher beim „Tag der offenen Tür“ einen Eindruck verschaffen, denn in den Räumen der Gemeinde dokumentierte eine Ausstellung, wie abwechselungsreich und vielschichtig das Leben in der FECG Venne ist.
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